Maya Angelou kämpfte an der Seite von Bürgerrechtler Martin Luther King für die Gleichberechtigung von Schwarzen in den USA. Jetzt wird der 2014 verstorbenen US-Amerikanerin eine Vierteldollarmünze, ein sogenannter Quarter, gewidmet. Sie ist damit die erste schwarze Frau, der eine solche Würdigung erbracht wird. Die Münze ist die erste einer Sonderprägungs-Serie, die bis 2025 durch die US-Münzprägeanstalt in Umlauf gebracht wird.Sie iist eine Anspielung auf Maya Angelous autobiografisches Buch „I Know Why The Caged Bird Sings“ von 1969, in dem sie ihr Aufwachsen in den USA in Zeiten der Rassentrennung beschreibt.

In der Münz-Serie „American Women Quarters Program“ gibt es aber auch weitere Meilensteine. Mit der Astronautin Sally Ride wird erstmals eine lesbische Frau auf US-Geld abgebildet und mit der Bürgerrechtlerin Nina Otero-Warren eine hispanoamerikanische Frau. Was sagen uns diese Würdigungen über die amerikanische Gesellschaft aus?

Frauen seit 2500 Jahren auf Münzen 

Die Entscheidung, Randgruppen auf Vierteldollarmünzen abzubilden zeigt, dass Amerika „ein Bewusstsein für die Diversität der Gesellschaft entwickelt hat, zu dem man Amerika nur gratulieren kann“, sagt Professor Bernhard Weisser vom Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin im DW-Interview. Dass Personen wie Maya Angelou auf Währungen abgebildet werden, ist eine geschichtliche Neuerscheinung. Historisch gesehen dienten Münzen Herrschenden dazu „Herrscherideale und Herrschertugenden den Nutzern – also der Bevölkerung, den Soldaten – zu vermitteln“, so Weisser.

Die Bürgerrechtlerin Maya Angelou bekam 2010 durch US-Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille verliehen

Frauenfiguren auf Münzen hingegen gibt es schon, seit es Münzgeld gibt. Von Göttinnen in der Antike, über Herrscherinnen in der Renaissance und Führerinnen der Neuzeit – viele Frauenfiguren wurden auf Münzen unsterblich gemacht. Doch die ältesten bekannten Münzen zieren Konterfeis von…