Behörden in Frankreich melden täglich neue Rekordzahlen bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das Corona-Management der Regierung an den Schulen helfe nicht, sagen französische Lehrer und protestieren mit einem landesweiten Streik. „Erschöpfung und Verzweiflung der gesamten Bildungsgemeinschaft haben ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von elf Gewerkschaften.

Bildungsminister Jean-Michel Blanquer und die Regierung hätten eine chaotische Situation verursacht. Die Vorgaben zum Schutz der Schüler und des Personals seien ständig geändert worden. Zudem fehle es an geeigneten Instrumenten, um einen ordentlichen Ablauf an den Schulen zu gewährleisten.

Testanforderungen ändern sich laufend

Lehrkräften, Schulverwaltungen und Eltern macht besonders zu schaffen, dass kurz vor der Rückkehr aus den Weihnachtsferien neue Testanforderungen angekündigt und seitdem zweimal geändert wurden. „Wir waren so verzweifelt, müde und wütend, dass wir keine andere Wahl hatten, als einen Streik zu organisieren, um der Regierung eine deutliche Botschaft zu übermitteln“, sagte Elisabeth Allain-Moreno von der Lehrergewerkschaft SE-UNSA.

Noch Mitte Dezember 2021 besuchte Premierminister Jean Castex (r.) eine Grundschule in Marseille

Die Gewerkschaften gingen davon aus, dass viele Schulen geschlossen blieben und sich viele Lehrkräfte an dem Streik beteiligen – etwa auch 75 Prozent Lehrer an den Grundschulen, aber auch weiteres Schulpersonal.

„Man streikt nicht gegen ein Virus“

Nach den schnellen Schließungen zu Beginn der Pandemie, setzt die Regierung nun darauf, den Präsenzunterricht so weit wie möglich offen zu halten. Ein gewisses Maß an Schwierigkeiten sei der Preis dafür. „Ich weiß, dass es hart ist, aber ein Streik löst keine Probleme. Man streikt nicht gegen ein Virus“, sagte Bildungsminister Blanquer dem Sender BFM TV.

Mit den zuletzt rasant steigenden Infektionszahlen in Frankreich im Zuge der…