Für hart umkämpfte Matches ist Novak Djokovic eigentlich zu den Australian Open nach Melbourne gekommen. Nur dieses Mal findet das zähe Ringen schon vor dem Turnier statt. Die Entscheidung über eine mögliche Ausweisung des Tennisstars ist noch immer nicht gefallen. Der Ball liegt laut Australiens Premierminister Scott Morrison nun bei Einwanderungsminister Alex Hawke, der über die Annullierung von Djokovics Visums entscheiden muss. Die Anwälte des Spielers hätten „umfangreiche weitere Eingaben“ gemacht, was den Entscheidungsprozess verlängern werde, sagte ein Sprecher.

Soap-Opera um Djokovic 

Rückendeckung: Proteste für Djokovic in Belgrad

Die Affäre um den Weltranglistenersten zieht längst internationale Kreise. In Djokovics Heimatland Serbien wird jede Wendung genau verfolgt, Regierungschefin Ana Brnabic forderte öffentlich, „die Sache müsse geklärt werden“. Wegen des Verstoßes gegen Quarantäneregeln in seiner Heimat, schon vor der Abreise nach Australien, droht dem Tennisspieler möglicherweise auch noch eine Strafe. Via Instagram hatte Djokovic sein Fehlverhalten eingestanden.Er habe am 18. Dezember 2021, zwei Tage nach einem positiven Test, bewusst ein Interview und einen Fototermin für die französische Sportzeitung „L’Équipe“ absolviert, obwohl er mit Corona infiziert gewesen sei. Er habe die Journalisten nicht enttäuschen wollen.

„Wenn ich darüber nachdenke, war das eine Fehleinschätzung, und ich akzeptiere, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen“, schrieb Djokovic. Die falschen Angaben in seinem Einreiseformular seien ein Fehler seiner Mitarbeiter gewesen. In den Schriftstücken war verschwiegen worden, dass der Serbe vor seiner Abreise nach Melbourne über Silvester noch in Spanien Station gemacht hatte. Auch dort droht ihm nun Ärger. Laut spanischen Medien sei er als Ungeimpfter illegal in das EU-Land eingereist. Die Regierung in Madrid habe die Polizei mit der Einleitung einer Untersuchung beauftragt.

Falsche Angaben…