Presseschau

Skandal in Großbritannien
„Schande“ und „Räuberpistolen-Tory“: Wie die britische Presse Johnsons „Partygate“ zerreißt

Boris Johnsons „Partygate“ ist gefundenes Fressen für die britische Presse

© Twitter-Screenshots

von Leonie Scheuble
13.01.2022, 15:30 Uhr

Die Rufe nach Boris Johnsons Rücktritt werden immer lauter. Seine „Partygate“-Affäre erhöht den politischen Druck – für die britischen Medien ein gefundenes Fressen. Ein Blick auf die Titelseiten.

Für Boris Johnson sieht es düster aus. Nach Berichten über mehrere Regierungspartys im Corona-Lockdown hatte zunächst die Opposition den Rücktritt des britischen Premierministers gefordert. Doch nachdem immer mehr pikante Details der Veranstaltungen ans Licht kommen, wenden sich inzwischen auch Teile seiner eigenen Partei von ihm ab – auch weil die sogenannte „Partygate“-Affäre den Konservativen zunehmend die Unterstützung kostet. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der „Times“ liegt die oppositionelle Labour-Partei inzwischen zehn Prozentpunkte vor Johnsons Tories – der größte Abstand seit acht Jahren.

Johnson hatte sich am Mittwoch im Unterhaus für eine Gartenparty in der Downing Street während des ersten Corona-Lockdowns im Mai 2020 entschuldigt. Er habe angenommen, es handle sich um ein Arbeitstreffen, dies sei rückblickend falsch gewesen. Johnsons Büroleiter hatte per E-Mail rund 100 Mitarbeiter eingeladen und noch betont: „Bringt Euren eigenen Alkohol mit.“ 

Für die britische Presse sind die Eskapaden des Premier ein gefundenes Fressen. Ein Blick auf die Titelseiten am Donnerstag.

Für den „Daily Mirror“ genügt ein einziges Wort: „Schande“ lautet die Schlagzeile, die in großen weißen Buchstaben über einem Bild von Johnson während seiner Entschuldigung im Unterhaus prangt. In einem…