Der starke Anstieg der Corona-Neuinfektionen auch in Deutschland und die vorgeschriebenen Tests in vielen Lebensbereichen haben eine Debatte über einen möglichen Mangel an Testkapazitäten ausgelöst. Der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, sagte der „Süddeutschen Zeitung“, es könne zu Engpässen kommen. „Wir werden mit Sicherheit, wie bei allen knappen Ressourcen, Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist.“

Das Gesundheitsministerium wollte sich dazu bisher nicht äußern. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass in der vergangenen Woche 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht wurden und die Kapazität in den Laboren in dieser Woche mit 2,6 Millionen angegeben worden sei.

Priorisierung von PCR-Tests gefordert

Um Engpässe zu vermeiden, schlägt Andreas Gerritzen, Geschäftsführer des MVZ Medizinisches Labor Bremen, vor, bei der Analyse auf die Suche nach Virus-Varianten wie Omikron zu verzichten. Dies sei so aufwändig wie zwei normale PCR-Untersuchungen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Vorsitzende des Verbands der Medizinischen Labore (ALM), Michael Müller, hatte der „Rheinischen Post“ gesagt, weil derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werde, stießen die Labore zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Laut einer RKI-Empfehlung sollen bei Knappheit Personen mit Symptomen sowie besonders gefährdete Gruppen bei PCR-Testungen bevorzugt werden.

Durchaus unangenehm, der Test in Rachen oder Nase

Ebenfalls für eine Priorisierung knapper Testkapazitäten plädierte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen. „Wir sehen sehr deutlich, dass die wöchentliche Kapazität von 2,4 Millionen PCR-Tests, die wir in etwa in Deutschland haben, nun unter Volllast überall gebraucht wird“, sagte er dem RBB-Inforadio. Es müsse darauf geachtet werden, Schwerstkranke und das Personal der kritischen Infrastruktur zu bevorzugen – auch wenn dies dann an anderer Stelle, etwa beim Freitesten, zu Verzögerungen führe.

Neben der…