Berühmt wurde Herbert Achternbusch in den 1970er- und 1980er-Jahren als der verspielt-verrückte Anarchist des „Neuen Deutschen Films“. Der Regisseur, der für ein paar Jahre in einem Atemzug mit Rainer-Werner Fassbinder, Werner Herzog und Wim Wenders genannt wurde, gehörte er zu den interessantesten und wagemutigsten deutschen Regisseuren.

1938 in München geboren und im Bayerischen Wald aufgewachsen, studierte er an der Pädagogischen Hochschule München-Pasing, an der Nürnberger Kunstakademie und an der Akademie der Bildenden Künste in München. Besonders seine Filme machten den auch als Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler tätigen Münchener berühmt. Sie gaben Einblick in die bayrische Seele – zumindest in den antibürgerlichen Teil. 

Achternbusch nahm seine bayerische Heimat in seinen Werken auseinander

Achternbuschs Film „Das Gespenst“ löste Kulturskandal aus 

Im Jahr 1982 löste Herbert Achternbusch einen der größten Kulturskandale der Bundesrepublik aus, nachdem sein Film „Das Gespenst“ zunächst wegen möglicher Verletzung religiöser Gefühle keine Freigabe erhalten hatte. Noch größer wurde die Aufregung, als CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann noch ausstehende Fördergelder für Achternbuschs Projekte strich. Ein bis dahin einmaliger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Diese anarchistische Kraft steckte von Anfang an in seinen Filmen und spaltete dann in „Das Gespenst“ weite Teile des bürgerlichen Publikums.

Achternbusch, der sich nach dem Studium mit Gelegenheitsjobs unter anderem als Zigarettenverkäufer auf dem Münchner Oktoberfest durchschlug, tritt in seinen Filmen auch selbst auf. In seinem dritten Spielfilm „Bierkampf“ (1976)  spielte er damals verschiedene Rollenmuster durch: die des Polizisten, des Komikers, des Anarchisten, des unangepassten Bürgers. All das floss in seine Rolle in „Bierkampf“ ein. Dabei bewegte sich der Filmemacher zwischen Provokation und Hingabe, zwischen…