Knapp drei Monate ist es her, dass die Nachricht über den tragischen Vorfall an dem Filmdreh mit Alec Baldwin um die Welt ging. Auf einer Filmranch in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico wurde die Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins bei den Proben für den Western „Rust“ erschossen. Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter verletzt. Hollywoodstar Alec Baldwin hatte die Waffe in der Hand.

Seitdem versucht die Polizei herauszufinden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Wieso war die Waffe mit scharfer Munition geladen? Wer trägt die Schuld? Wer übernimmt die Verantwortung? Im November äußerten die Anwälte der Waffenmeisterin den Verdacht, jemand hätte den Film sabotieren wollen. Bisher ist das alles nicht belegt. Die Ermittlungen dauern an. Noch immer gibt es mehr Fragen als Antworten.

Waffenmeisterin vs. Waffenlieferant

Unterdessen hat die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez Reed am zuständigen Gericht in New Mexico Klage gegen den Requisiteur und Waffenlieferanten Seth Kenney und seine Firma PDQ Arm & Prop eingereicht. Laut Anklage habe er eine falsch beschriftete Munitionskiste ans Set gebracht. Auf der Kiste habe „Dummies“ gestanden, obwohl auch echte Munition darin gewesen sei. Seth Kennedy bestritt diesen Vorwurf bereits im November gegenüber der Zeitung „Los Angeles Times“. Seine Firma habe Waffen, Platzpatronen und einen Teil der Scheinmunition zur Verfügung gestellt, aber keine scharfe Munition an den Drehort geliefert, sagte er seinerzeit. Gemäß der Sicherheitsvorschriften in der Filmindustrie ist scharfe Munition an Sets ohnehin verboten.

Waffenmeisterin Hannah Gutierrez Reed am Filmset den Westerns „Rust“

Fakt ist aber laut Ermittlungen der Polizei, dass in der Waffe eine echte Patrone steckte. Die Frage ist, wie sie da hineingekommen ist und warum dies niemand bemerkt oder vor den Proben überprüft hat. Laut Klage der Waffenmeisterin habe die Requisitenabteilung die Waffen sicher verschlossen, nicht aber die Munition. Offenbar sei der Wagen mit den…