Der ägyptische Sportminister Ashraf Sobhy kündigte Anfang des Jahres an, dass sich das Land um die Olympischen Sommerspiele 2036 bewerben will. Die Kandidatur werde von der ANOCA, der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees Afrikas, unterstützt, sagte Sobhy. Seine Regierung werde bald die nötigen Unterlagen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einreichen.

Die kommenden Olympischen Sommerspiele werden 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles stattfinden. 2032 ist Brisbane Olympia-Gastgeber. Die einzige ernsthafte afrikanische Bewerbung in der jüngeren Vergangenheit war gescheitert, als Kapstadt im Rennen um die Spiele 2004 gegen Athen den Kürzeren gezogen hatte. Die südafrikanische Sportwissenschaftlerin Kamilla Swart-Arries hatte damals an der Kandidatur mitgearbeitet. Die DW hat mit ihr gesprochen. 

DW: Kapstadt schaffte es bei der IOC-Vollversammlung 1997 unter die letzten drei Bewerber um die Spiele 2004. War die Zeit damals noch nicht reif für einen afrikanischen Bewerber?

Kamilla Swart-Arries: Im Rückblick war es wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt, weil Südafrika gerade erst die Apartheid hinter sich gelassen hatte. Immerhin erhielten wir die Gelegenheit, dem Rest der Welt zu zeigen, was Kapstadt und Südafrika zu bieten hatten. Wenn ich heute meine Erlebnisse bei anderen Olympischen Spielen berücksichtige, denke ich, dass wir noch nicht bereit gewesen wären. Weil Südafrika isoliert und aus dem internationalen Sport, einschließlich IOC, ausgeschlossen war, gab es bei uns keine olympische Kultur. Die größte finanzielle Unterstützung erhielten damals nicht-olympische Sportarten wie Rugby.

Aus Olympia 2004 wurde nichts für Kapstadt, doch 2010 war die Stadt einer der Spielorte der Fußball-WM in Südafrika

Afrika ist der einzige bewohnte Kontinent, auf dem noch niemals Olympische Spiele ausgetragen wurden. Worin sehen Sie die Hauptgründe?

Ich denke, einer der Hauptgründe ist die ungleiche Vergabe von Mega-Events an…