Analyse

Neue Klima-Sofortmaßnahmen
Habeck drückt bei Energiewende aufs Tempo – doch ihm läuft die Zeit davon, sagen Experten

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck

© Kay Nietfeld / DPA

von Leonie Scheuble
12.01.2022, 14:16 Uhr

Im Kampf gegen die Klimakrise steht Deutschland nicht gut da. Die Bundesregierung hat daher ein neues Klima-Sofortprogramm angekündigt. Ambitioniert sagen die einen, leider sehr spät kritisieren die anderen.

Die Aufgabe sei nicht weniger als „gigantisch“ kündigte Robert Habeck bei seiner Klima-Eröffnungsbilanz am Dienstag an. Auf einer großen Grafik zeigte der frischgebackene Wirtschafts- und Klimaschutzminister, wie weit Deutschland derzeit vom Erreichen seiner Klimaziele entfernt ist. Sowohl bei den CO2-Zielen als auch beim Ausbau der erneuerbarer Energien gebe es einen „gehörigen Rückstand“. Nach den Sondereffekten im Coronajahr rechnen Prognosen für 2021 „mit einem Anstieg der Emissionen um vier Prozent“ – dabei müsste es von 2021 bis 2030 eine jährliche Minderung von etwa 40 Millionen Tonnen geben. Der Trend gehe eindeutig „in die falsche Richtung“, bilanzierte der Minister.

Um die Klimaziele noch zu erreichen, will Habeck zügig zwei umfangreiche Sofortprogramme auf den Weg bringen. Das erste soll bereits im April vom Kabinett beschlossen werden, das zweite im Sommer folgen. Sowohl beim Ausbau der Wind- und Solarenergie als auch im Gebäudesektor und bei der Transformation der Industrie, will der Grünen-Politiker nicht nur einen, sondern drei Schritte zulegen. „Wir müssen dreimal besser werden in allen Bereichen“, forderte er.

Experte: Günstiger grüner Strom wichtig für Transformation

Insgesamt stoßen die neuen Klimapläne auf positives Feedback. Andreas Fischer, Energie- und Klimaforscher am Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, begrüßte die Zielsetzung,…