Der aus dem Englischen stammende Begriff Pushback wurde zum „Unwort des Jahres 2021“ gewählt. Es ist, wie auch schon im vergangenen Jahr, ein Begriff aus dem Bereich der Migrationspolitik. Er beschreibt das Zurückdrängen oder Zurückweisen von Geflüchteten an den Landesgrenzen. Mit dem Begriff werde ein menschenfeindlicher Prozess beschönigt, begründete eine Jury ihre Wahl.

Bürgerinnen und Bürger konnten Vorschläge einreichen

Rund 1300 Einsendungen hat die Jury der sprachkritischen Aktion gesichtet, die das „Unwort des Jahres“ wählt. Bis zum 31.12.2021 konnten alle Bürgerinnen und Bürger Vorschläge einreichen. Ein Großteil der Begriffe drehte sich um die Corona-Pandemie, die uns seit zwei Jahren begleitet und für Spannungen in der Gesellschaft sorgt. 

Die Jury setzt sich zusammen aus vier Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern, einer Journalistin und einem jährlich wechselnden Mitglied aus der Kultur- und Medienbranche. In diesem Jahr wurde das Unwort des Jahres erstmals in Marburg bekanntgegeben, da die Germanistin und Jury-Sprecherin Constanze Spieß an der hiesigen Universität lehrt. Die sprachkritische Aktion ist an keine Institution gebunden. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

„Rückführungspatenschaften“ war eines der beiden Unwörter 2020

Die „Unworte des Jahres“ von 2007 bis 2020

2020: Corona-Diktatur

Der Ausdruck „Corona-Diktatur“ wird seit Beginn der öffentlichen Diskussion um Pandemie-Maßnahmen von der „Querdenker“-Bewegung und rechtsextremen Propagandisten verwendet. Die Unwort-Jury findet, er stehe im Widerspruch zu den ausdrücklich in der Bundesrepublik erlaubten Demonstrationen und er verharmlose das Leben in tatsächlichen Diktaturen. Erstmals wählte die Jury außerdem ein zweites Unwort.

Die „Unworte des Jahres“ von 2007 bis 2020

2020: Rückführungspatenschaften

Diesen 41 mal vorgeschlagenen Begriff führte die EU-Kommission im September 2020 für einen neuen Mechanismus der Migrationspolitik ein:…