Los Angeles
Relaxo- statt Verbrecherjagd: Polizisten ließen Räuber laufen – weil sie lieber Pokèmon fingen

Die beiden Beamten nutzen ihren Streifenwagen, um Pokémon zu jagen

© Hans Gutknecht/ / Picture Alliance

von Malte Mansholt
12.01.2022, 20:45 Uhr

Pokémon Go legte im Sommer 2016 die Welt lahm. Deutlich später sorgte in Los Angeles ein Relaxo noch einmal für Unruhe. Und für eine erfolgreiche Flucht nach einem Raubüberfall.

Straßen, die nicht passierbar waren, rammelvolle Plätze und Parks und Unmengen an skurrilen Unfällen. Wer im Sommer 2016 auf eine unverhoffte Ansammlung begeisterter Menschen traf, wusste: Hier wird Pokémon Go gespielt. In Los Angeles sorgte das Spiel noch später für Ärger: Zwei Polizisten pfiffen auf einen Raubüberfall. Weil sie lieber ein Pokémon verhaften wollten. 

Das geht aus den Unterlagen eines Berufungsgerichts in Kalifornien hervor. Demnach waren die beiden Cops Louis L. und Eric M. im April 2017 mit einem Streifenwagen in Los Angeles unterwegs, als sie einen Notruf aus der Zentrale erhielten. Eine Filiale der US-Bekleidungskette Macy’s im nahegelegenen Einkaufszentrum in Stadtteil Crenshaw sei von mehreren Personen überfallen worden. Doch die beiden ignorierten den Aufruf zum Einsatz. Auch eine zweite Aufforderung ließen sie unbeantwortet. Überführt wurden sie von einem Kamerasystem im Dienstwagen. Laut des Gerichts soll M. noch gesagt haben, dass L. entscheiden solle. Und ein „Scheiß drauf“ als Antwort erhalten haben.

Pokémon- statt Verbrecherjagd

Statt zum Tatort habe sich das Auto dann vom Einkaufszentrum wegbewegt, so die Klage. Und auch der Grund dafür wurde aufgezeichnet: Ein Relaxo war bei Pokémon Go erschienen. „Es ist gerade aufgepoppt“, alarmierte M. an seinen Kollegen. Schnell fingen die beiden im Wagen eine Diskussion an. Es ging aber nicht um eine Abwägung zwischen…