Viele Menschen aus ganz Europa zeigten ihre Anteilnahme am Tod des Präsidenten des EU-Parlaments in der Nacht zum Dienstag. Die Flaggen an den Gebäuden des EU-Parlaments und am Bundestag wurden als Zeichen der Trauer auf Halbmast gesetzt. David Sassoli war nach Angaben seines Sprechers am 26. Dezember „wegen einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems“ in ein Onkologie-Zentrum in Aviano im Nordosten Italiens eingeliefert worden.

Im September war er bereits wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden und konnte mehrere Wochen lang nicht seinen Aufgaben als EU-Parlamentspräsident nachgehen. Zuvor war er an Leukämie erkrankt gewesen.

Spitze der EU trauert um Sassoli

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen würdigte den Verstorbenen als „Mann mit starken Überzeugungen“, dessen „Lächeln und seine Freundlichkeit“ alle geliebt hätten.

EU-Ratspräsident Charles Michel bezeichnete ihn als „aufrichtigen und leidenschaftlichen Europäer“. Dutzende Europaabgeordnete versammelten sich zu einer Schweigeminute vor dem EU-Parlament in Brüssel mit anschließendem Applaus. Am kommenden Montag will das EU-Parlament zur Eröffnung der Plenarwoche eine Gedenkfeier in Straßburg abhalten.

Beileidsbekundungen auch aus der Bundesregierung

Auch die Bundesregierung in Berlin zeigte sich erschüttert. „Europa verliert einen engagierten Parlamentspräsidenten, Italien einen klugen Politiker und Deutschland einen guten Freund“, erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz über Twitter. Außenministerin Annalena Baerbock würdigte Sassolis Einsatz dafür, „Gräben zu überwinden und so das Parlament als Ganzes zu stärken“. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hob Sassolis Führung des EU-Parlaments „gerade in diesen schwierigen Pandemiezeiten“ als „mit sicherer Hand umsichtig und konstruktiv“ hervor.

Auch seine mögliche Nachfolgerin Roberta Metsola äußerte sich betroffen. Sie „habe einen Freund verloren, die Demokratie hat einen Vorkämpfer…