Konjunktur
Stärkster Preissprung bei Großhandelspreisen seit 1974

Die Großhandelspreise in Deutschland sind im vergangenen Jahr so stark geklettert wie seit fast 50 Jahren nicht mehr. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

© dpa-infocom GmbH

Die Nachfrge nach Rohstoffen ist nach der ersten Corona-Delle sprunghaft hochgeschnellt. Die Preise im Großhandel erreichen nun seit Jahrzehnten wieder Rekordwerte.

Die Großhandelspreise in Deutschland sind im vergangenen Jahr so stark geklettert wie seit fast 50 Jahren nicht mehr.

Eine höhere Steigerung als die im Jahresdurchschnitt errechneten 9,8 Prozent gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes binnen Jahresfrist zuletzt 1974 während der ersten Ölkrise mit plus 12,9 Prozent.

Ein Grund für die Entwicklung im vergangenen Jahr: Die große Nachfrage nach Rohstoffen und Vorprodukten angesichts der wirtschaftlichen Erholung nach dem Corona-Tief. Vor allem die Preise für Mineralölerzeugnisse (plus 32 Prozent) sowie Erze und Metalle (plus 44,3 Prozent) zogen im Großhandel im Vergleich zum Vorjahr kräftig an, wie das Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Unterschied zu 2020

Zudem kommt ein Basiseffekt zum Tragen: Im Krisenjahr 2020 war das Preisniveau für viele Rohstoffe vergleichsweise niedrig, so dass der Unterschied jetzt noch deutlicher in Gewicht fällt.

Von November auf Dezember 2021 zogen die Verkaufspreise im Großhandel nach Angaben der Wiesbadener Behörde nur um 0,2 Prozent an. Sie lagen jedoch um 16,1 Prozent über dem Niveau von Dezember 2020.

Der Großhandel ist eine von mehreren Wirtschaftsebenen in Deutschland, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. Hinzu kommen die Preise für nach Deutschland eingeführte Güter und die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, die Erzeugerpreise. Sie alle wirken auf…