Finanzen
Steigende Risiken: Banken sollen Kapitalpuffer anlegen

Wegen steigender Risiken auf dem Finanzmarkt sollen die deutschen Banken wieder zusätzliche Kapitalpuffer anlegen. Foto: Boris Roessler/dpa

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Mit einem Kapitalpuffer erhöhen Banken gemeinhin ihre Widerstandskraft in Krisenzeiten. Wegen der Corona-Pandemie wurde er jedoch auf null gesenkt. Doch das ist riskant.

Wegen steigender Risiken auf dem Finanzmarkt sollen die deutschen Banken wieder zusätzliche Kapitalpuffer anlegen. Das sei eine präventive Maßnahme, derzeit sei der Finanzsektor nach wie vor sehr widerstandsfähig, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Mittwoch.

Der Chef der Finanzaufsicht Bafin, Mark Branson, betonte: «Mit Blick auf die Finanzstabilität ist es jetzt Zeit, in den Präventionsmodus zu wechseln.» Zu diesem Schluss sei der Ausschuss für Finanzstabilität gekommen.

Konkret sollen die Banken einen sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer von 0,75 Prozent aufbauen. Dieser Puffer war im Zuge der Pandemie auf null Prozent gesenkt worden, davor betrug er 0,25 Prozent. Grundsätzlich soll der Kapitalpuffer die Widerstandsfähigkeit von Banken in Krisenzeiten erhöhen. Zusätzlich soll ein neuer Puffer eingeführt werden, der spezifisch Wohnimmobilien-Kredite absichert. Hier sollen die Banken 2 Prozent zurücklegen.

Der Immobilienmarkt drohe derzeit heißzulaufen, sagte Branson. Preise für Häuser und Wohnungen stiegen zuletzt deutlich, es gibt viele Kredite mit langen Laufzeiten, die das Finanzsystem verwundbar gegenüber Zinsänderungen machen. Man werde genau beobachten, wie sich die Standards der Kreditvergabe entwickelten, kündigte der Bafin-Chef an.

Als weitere Risiken nannte Buch etwa Zinsänderungen. Sollten die Zinsen abrupt steigen, wären die Banken stark betroffen: Ihr Refinanzierungskosten…