Poesie im Parlament
Eine Parlamentspoetin für den Bundestag? Was es damit auf sich hat

Sollte es einen Poeten oder eine Poetin im Deutschen Bundestag geben? Die Meinungen sind gespalten.

© David GANNON / AFP

Soll es im Bundestag einen Parlamentspoeten bzw. eine Parlamentspoetin geben? Der Vorstoß von drei Autoren sorgt für Lob und Kritik. Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt ist begeistert davon. Wolfgang Kubicki hält es für ein „elitäres Projekt“. 

Braucht es Poesie im Deutschen Bundestag? Die Autorinnen Mithu Sanyal und Simone Buchholz und der Autor Dmitrij Kapitelman finden, ja. Die drei hatten gefordert, dass der Bundestag das Amt einer Parlamentspoetin oder eines Parlamentspoeten nach kanadischem Vorbild schafft. Solch ein Amt könne „als Irritation, als Störfaktor“ dienen und zugleich „Brücken bauen“ und „Risse in unserer Gesellschaft heilen“.

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) hat den Vorschlag als „beachtenswerten Impuls“ bezeichnet. „Wir sollten jeden klugen Gedanken aufnehmen, wie wir unsere Kultur und das Bewusstsein für unsere Sprache im Sinne von Freiheit und Demokratie stärken können“, sagte Göring-Eckardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vergangene Woche. Sie kündigte ein baldiges Treffen mit den Initiatoren an.

Parlamentspoetin: Vorbild Kanada

Das kanadische Parlament hatte die Position im Jahr 2001 geschaffen. Die Poetin oder der Poet, der oder die den offiziellen Titel „The Parliamentary Poet Laureate“ trägt, schreiben Texte für besondere parlamentarische Veranstaltungen, halten Dichterlesungen ab und beraten die Parlamentsbibliothek bei der Anschaffung von Kulturmaterial. Ähnliche Positionen gibt es auch in den USA und anderen Ländern.

„Eine starke Kultur und ein wertschätzender Umgang mit unserer Sprache sind essentiell für jede offene Gesellschaft“, sagte…