Im Parlament
Also doch: Johnson räumt Besuch von Gartenparty ein – Opposition fordert Rücktritt

Boris Johnson hat nun doch eingeräumt, bei der Gartenparty in Downing Street No 10 dabei gewesen zu sein

© Leon Neal / Getty Images

Eine Party in der Downing Street während des Corona-Lockdowns wird für Boris Johnson zum immer größeren Problem. Nun musste sich der britische Premier vor dem Parlament entschuldigen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Besuch einer Gartenparty am Regierungssitz in der Downing Street während des Corona-Lockdowns zugegeben. Er entschuldigte sich am Mittwoch vor den Abgeordneten in London „von Herzen“ und sagte, er übernehme die Verantwortung für die „Fehler“, die gemacht wurden. Der Regierungschef gab an, damals von einem Arbeitstreffen gemäß der geltenden Pandemie-Regeln ausgegangen zu sein. Die Labour-Opposition forderte umgehend seinen Rücktritt.

Millionen von Briten hätten während des ersten Corona-Lockdowns im Jahr 2020 „außergewöhnliche Opfer“ gebracht, sagte der Premier bei seiner Entschuldigung weiter. Die Rücktrittsforderungen der Opposition wies er jedoch zurück. 

„Seine Verteidigung ist lächerlich“

„Seine Verteidigung, er habe nicht gewusst, dass er auf einer Party war, ist so lächerlich, dass es eine Beleidigung für die britische Öffentlichkeit ist“, sagte Keir Starmer, Chef der Labour-Partei, im Parlament. Er warf Johnson vor, „wie gedruckt zu lügen“.

Die Enthüllungen über eine Gartenparty im Mai 2020 am Regierungssitz in der Downing Street mit dutzenden Gästen hatte Johnsons Regierung in den vergangenen Tagen heftig unter Druck gesetzt. Damals befand sich das Land im strikten Corona-Lockdown und selbst Treffen von mehr als zwei Menschen im Freien waren verboten.

Boris Johnson lud mehr als hundert Gäste zur Party