Omikron sei wie eine Flutwelle, die von West nach Ost über die europäische Region hinwegfege und zu dem Anstieg der Delta-Zahlen hinzukäme, sagte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Hans Kluge. Die Omikron-Variante des Corona-Virus werde schnell zur dominanten Variante in Westeuropa und verbreite sich nun auch auf dem Balkan.

Angesichts des aktuellen Ausbreitungstempos prognostiziert das Forschungsinstitut IHME anhand von Modellrechnungen, dass sich mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in der Region in den nächsten sechs bis acht Wochen mit Omikron infiziert haben könnten. In einem Bericht des Instituts vom 8. Januar heißt es wörtlich: „Unsere Modelle für die Europäische Region legen nahe, dass Mitte Januar mit mehr als 12 Millionen Infektionen pro Tag ein Höchststand erreicht wird – wobei die nationalen Höchststände erheblich variieren werden.“

WHO-Regionaldirektor Hans Kluge

„Verbleibendes Zeitfenster nutzen“

Allein in der ersten Woche 2022 seien in der europäischen Region mehr als sieben Millionen neue Corona-Fälle nachgewiesen worden, was mehr als eine Verdopplung innerhalb eines Zwei-Wochen-Zeitraums bedeute, sagte WHO-Regionaldirektor Kluge. Omikron sei inzwischen in 50 von 53 Ländern in Europa und Zentralasien gemeldet worden.

Kluge rief die Länder ohne bisherige Omikron-Zunahme dazu auf, das verbleibende Zeitfenster zu nutzen und Vorkehrungen zu treffen – Omikron breite sich schneller aus als jede andere zuvor gesehene Variante des Coronavirus Sars-CoV-2. Kluge appellierte, trotzdem die Schulen offenzuhalten. Dies sei äußerst wichtig für die Kinder, weshalb Schulen die letzten Orte sein sollten, die geschlossen werden sollten – und die ersten, der wieder geöffnet würden.

Die WHO plädiert dafür, Schulen so lange wie möglich offen zu halten – trotz Omikron.

Wird Omikron das deutsche Gesundheitssystem überfordern?

Auch in Deutschland konnte das Robert Koch-Institut inzwischen eine deutliche Zunahme der Omikron-Variante…