Verbraucher
Energie: Einkommensschwächere geben anteilig am meisten aus

Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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Die Energiepreise sind zuletzt sprunghaft gestiegen. Das trifft Haushalte, die über wenig Geld verfügen, besonders stark. Die Bundesregierung will einigen Haushalten helfen.

Steigende Energiepreise belasten Haushalte mit einem geringen Einkommen besonders hart. Sie geben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes anteilig am meisten für Strom, Heizung und Warmwasser aus.

Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1300 Euro wendeten im Jahr 2020, als Heizöl, Gas und Strom vergleichsweise günstig waren, im Schnitt 95 Euro für Wohnenergie auf. Das entsprach einem Anteil von 9,5 Prozent an ihren gesamten Konsumausgaben, wie die Wiesbadener Behörde am Dienstag mitteilte.

Haushalte der höchsten Einkommensklasse mit monatlich mindestens 5000 Euro netto gaben zwar mit durchschnittlich 206 Euro deutlich mehr für Wohnenergie aus. Der Anteil an den privaten Konsumausgaben war mit 4,7 Prozent im Jahr 2020 allerdings nicht einmal halb so hoch wie bei den Haushalten der niedrigsten Einkommensklasse.

Während die Energiepreise 2020 in der Corona-Krise noch gesunken waren, zogen sie im vergangenen Jahr im Zuge der weltweiten Konjunkturerholung deutlich an. Dem Vergleichsportal Verivox zufolge verteuerte sich Energie binnen eines Jahres um 35 Prozent. «Noch nie zuvor mussten private Haushalte so viel für Heizung, Strom und Sprit bezahlen», hieß es. Laut Check24 haben inzwischen mehr als 900 Gasversorger in der Grundversorgung Preiserhöhungen von im Schnitt um die 34 Prozent vollzogen oder angekündigt.

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