Die selbsterklärte Atommacht Nordkorea hat nach Angaben seiner Nachbarländer Südkorea und Japan offenbar erneut eine potenziell atomwaffenfähige Rakete getestet. Nordkorea habe eine Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstab des südkoreanischen Militärs mit. Auch Japan bestätigte den neuen Waffentest durch Nordkorea.

Das politisch weitgehend isolierte Nordkorea hatte bereits in der vergangenen Woche einen erneuten Raketentest unternommen und später von einem erfolgreichen zweiten Test einer Hyperschall-Rakete innerhalb von vier Monaten gesprochen. Südkorea bezweifelt jedoch die Angaben Nordkoreas, wonach die Rakete 700 Kilometer weit flog. Im Vergleich zum Raketenstart im September stelle der Test keinen technologischen Fortschritt dar.

Pjöngjang schafft Risiken

Die USA und andere Länder des UN-Sicherheitsrats sehen die Raketentests Nordkoreas dennoch als Gefahr für die regionale Stabilität. Die Regierung in Pjöngjang „erhöhe das Risiko von Fehleinschätzungen und Eskalationen“, heißt es in einer Stellungnahme, die von zahlreichen Ländern unterzeichnet wurde, darunter von den USA und Japan.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran. Diese könnten nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen. Das Land hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen seit inzwischen fast drei Jahren nicht mehr voran.

haz/AR (dpa, rtr, afp)