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„heute wichtig“
„Wenn man den Diktator zum Teufel jagt, geht’s einem danach besser“ – Putins Sorge um sein Image

Russlands Präsident Wladimir Putin

© Alexei Nikolsky / AP / Picture Alliance

Vertreter:innen Russlands, der USA, der Nato und Europas versuchen in dieser Woche, die Ukraine-Krise zu beruhigen. Vor einer Sache allerdings hat Putin Sorge, sagen Experten. Außerdem ein Thema dieser Folge: das Vertrauen in Corona-Schnelltests.

Einen großen Durchbruch erwartete der Osteuropa-Experte Prof. Heiko Pleines in Genf nicht, es seien eher Vorgespräche. Im Podcast “heute wichtig” (Folge 187) sagt er aber ganz klar, welches Ziel Putin verfolgt: „Im Fall der Ukraine ist es so, dass Putin im Prinzip verhindern möchte, dass die Ukraine ein Vorbild wird, für die russische Bevölkerung, nach dem Motto: wenn man den Diktator zum Teufel jagt, dann geht’s einem danach besser.“ Putin hatte ja 100.000 Soldat:innen an die russisch-ukrainische Grenze zusammengezogen – und begründet diesen Schritt damit, dass sich Russland durch das Vorrücken der Nato bedroht fühlt.   

Kasachstans Dilemma mit Russland

Mittlerweile sind mehr als 8.000 Menschen verhaftet, mehr als 160 Menschen tot. Was als Proteste gegen die Preiserhöhung von Flüssiggas begonnen hatte, war dann ein Statement gegen den Ex-Präsidenten Nasarbajew, der immer noch viel Macht hatte. Vieles spricht dafür, dass Kasachstans aktueller Präsident Qassym-Schomart Toqajew die Lage wirklich nicht mehr unter Kontrolle hatte und in der Ausnahmesituation um Hilfe in Moskau gebeten hatte. Wie viel Macht sich Putin dadurch erkauft hat, das ist für Prof. Pleines noch nicht ganz klar: „Wie weit jetzt Russland dadurch wirklich dauerhaft an Einfluss gewinnt, muss man abwarten, aber ich glaube nicht, dass der Präsident Kasachstans da drüber glücklich ist, dass er die russische Hilfe…