Mittelalter
In Filmen wirken Schlachtrösser majestätisch – eigentlich waren sie nur so groß wie Ponys

Ein mittelalterlicher Ritter hoch zu Ross – so ganz stimmte das nicht

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von Eugen Epp
11.01.2022, 11:25 Uhr

Die Schlachten im Mittelalter wurden auf verhältnismäßig kleinen Pferden geschlagen, zeigen neue archäologische Erkenntnisse. Aus heutiger Sicht wirken die damals eingesetzten Tiere eher niedlich.

Jeder kennt die Darstellung von Schlachtszenen auf alten Gemälden, aber auch in modernen Filmen: Die Szenen sind geprägt von Kriegern auf Pferden, die majestätisch und edel aussehen. Daher stammt auch die Redewendung vom „hohen Ross“, auf dem man sitzt. Die Wirklichkeit im Mittelalter war allerdings eine andere, wie Forschende der britischen Universität Exeter herausgefunden haben.

Demnach saßen die Ritter keineswegs „hoch zu Ross“. Ihre damaligen Pferde hätten zumeist ein Stockmass von weniger als 14,2 Handbreit gehabt. Das entspricht etwa 1,44 Meter. Damit waren die Schlachtrösser ungefähr so groß wie die Ponys, die wir kennen – aus heutiger Sicht also eher süß als furchteinflößend.

Mittelalterliche Schlachtrösser waren überraschend klein

Für ihre Studie, die in der Fachzeitschrift „International Journal of Osteoarchaeology“ veröffentlicht wurde, untersuchten die Forschenden Pferdeknochen aus den Jahren 300 bis 1650, die in England gefunden wurden. Ihr Ergebnis: „Mittelalterliche Schlachtrösser waren überraschend klein“, wie es in einer Mitteilung der Universität Exeter heißt. 

In modernen Filmen würden Schlachtrösser oft mit einem Stockmaß von 17 oder 18 Handbreit dargestellt. Die Funde lassen nach Angaben der Wissenschaftler:innen allerdings darauf schließen, dass selbst Pferde mit einem Stockmaß von 15 oder 16 Handbreit sehr selten…