Meinung

Einreise nach Australien
Die Affäre Djokovic: Es ist nur noch lächerlich

Novak Djokovic während des Trainings in Melbourne

© Kelly Defina / AFP

von Thomas Krause
11.01.2022, 15:48 Uhr

Die Einreise von Tennis-Star Novak Djokovic zu den Australian Open hat sich längst vom Politikum zur Posse entwickelt. Während seine Familie Djokovic zum Märtyrer stilisiert, denken die Australier sich Winkelzüge aus, um ihr Gesicht zu wahren. Lächerlich machen sich alle.

Wer glaubte, dass eine Gerichtsentscheidung die Diskussion um die Einreise von Tennis-Star Novak Djokovic endlich beendet, ist längst eines besseren belehrt. Nach dem juristischen Sieg gibt die ganze Familie Djokovic eine Pressekonferenz, auf der sie – kurz gesagt – den Multimillionär Novak Djokovic als Freiheitskämpfer und Repräsentant für das arme Serbien stilisiert, der kleingehalten werden soll, weil er der Beste in einem „bourgeoisen“ Sport ist.

Novak Djokovic ist weder Jesus noch ein Märtyrer

Immerhin eine Nummer kleiner als der Jesus-Vergleich von vergangenem Donnerstag („Jesus wurde gekreuzigt, ihm wurde alles angetan, und er ertrug es und lebt immer noch unter uns. Jetzt versuchen sie Novak auf die gleiche Weise zu kreuzigen und ihm alles anzutun“). Aber immernoch lächerlich genug. Und dann noch bei der ersten kritischen Frage die Pressekonferenz abzubrechen – das wirft auch kein gutes Licht auf die ganze Familie Djokovic.

Die australische Einwanderungsbehörde auf der anderen Seite bekleckert sich ebenfalls nicht mit Ruhm. Trotz des Gerichtsentscheids, der Djokovic die Einreise nach Australien erlaubt, nimmt sich Einwanderungsminister Alex Hawke nun Zeit, allein über Einreise oder Ausweisung Djokovics zu entscheiden. Außerdem fällt danach erst auf, dass auf dem Einreiseformular von Djokovic eine falsche Angabe zur Anreise des Tennis-Stars steht.