Finanzen in der Partnerschaft
Ehevertrag nur für Super-Reich? Warum es so wichtig ist, früh und ehrlich über Geld zu reden

Ein Ehevertrag kann sich lohnen

© Jeffrey Hamilton/gettyimages

von Katharina Grimm
10.01.2022, 19:20 Uhr

Nach der Hochzeit ist vor der Scheidung? Fakt ist, dass knapp jede zweite Ehe in Deutschland geschieden wird. Und auch wenn es unromantisch ist: Wer heiratet, sollte frühzeitig über Geld sprechen.

Als sich Kim Kardashian und Kanye West 2014 das Ja-Wort gaben, war die Tinte auf dem Ehevertrag schon trocken. West, der schätzungsweise über 100 Millionen Dollar verfügen soll, wollte zwar keinen Kontrakt, der im Falle einer Scheidung die finanziellen Angelegenheiten regelt. Doch offenbar setzten sich seine Anwälte durch. Kim behält nach einer Scheidung das Haus und bekommt pro Ehejahr 720.000 Dollar, maximal allerdings zehn Millionen Doller. Geschenke und Schmuck darf sie ebenfalls behalten. Das Paar gab im Februar 2021 ihre Trennung bekannt.

Ein Ehevertrag ist doch nur für neurotische Promis und Superreiche, möchte man meinen. Außerdem gilt das Schreiben als unromantisch: Noch bevor man Ja sagt, soll man sich für das Aus der Ehe wappnen? Nein, über Geld mögen die wenigsten Brautpaare reden. Ein Riesenfehler, wie auch die Stiftung Warentest berichtet. Denn die Regelungen, die der Gesetzgeber für Eheleute im Falle einer Scheidung vorsieht, sind wenig individuell – und auch oftmals antiquiert. 

Fakt ist: In Deutschland wird jede zweite Ehe geschieden. Dass man ausgerechnet zu den 50 Prozent gehört, die bis an ihr Lebensende glücklich verheiratet bleiben, ist kaum anzunehmen. Ein Ehevertrag regelt die Aufteilung des Eigentums, damit sich nach dem Beziehungsende keiner als Verlierer fühlen muss.

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