Geheime Informationen weitergegeben?
Suspendierter Chef von Dänemarks Militär-Geheimdienst wegen Spionage-Verdacht in U-Haft

Der Geheimdienst-Chef Lars Findsen soll geheime Informationen an Journalisten weitergegeben haben (Archivfoto)

© Liselotte Sabroe / Ritzau Scanpix / AFP

Ein Geheimdienst-Chef soll geheime Verschlusssachen an dänische Journalisten herausgegeben haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Dem Angeklagten Lars Findsen droht eine hohe Haftstrafe.

Der suspendierte Chef des dänischen Militärgeheimdienstes, Lars Findsen, ist unter Spionageverdacht festgenommen worden und sitzt seit gut einem Monat in Untersuchungshaft. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau und weitere dänische Medien berichteten, wurde am Montag auf einem Gerichtstermin im Amtsgericht von Kopenhagen ein Verbot aufgehoben, Findsens Namen zu nennen. Er hatte demnach über seine Verteidiger selbst um die Aufhebung gebeten.

Bei einer Anhörung am Montag in Kopenhagen habe Findsen auf „nicht schuldig“ plädiert, berichtete die Tageszeitung „Politiken“. Demnach war er einer von vier Geheimdienstmitarbeitern, die bereits Anfang Dezember wegen der Herausgabe vertraulicher Dokumente festgenommen worden waren.

Geheimdienst-Chef drohen zwölf Jahre Haft in Dänemark

Dänemark hat zwei Geheimdienste: den Auslands- und Militärgeheimdienst FE sowie den Geheimdienst der Polizei, kurz PET. Der PET hatte am 9. Dezember mehrere Festnahmen verkündet, aber keine Angaben zur Identität der Beschuldigten gemacht. Die aktuellen oder ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter sollen demnach „ohne Genehmigung streng vertrauliche Informationen aus den Nachrichtendiensten“ weitergegeben haben. Mit Ausnahme von Findsen wurden sie seitdem freigelassen.

Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nähere Angaben zu den Vorwürfen sind nicht bekannt. Nach Angaben dänischer Medien…