Bundesbank-Präsident
Nagel: Bei Gefahren für Preisstabilität handeln

Jens Weidmann (r.), Präsident der Deutschen Bundesbank, und das damalige Vorstandsmitglied Joachim Nagel im Februar 2016 vor der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/dpa

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Neuer Präsident, alte Themen: Bei der Bundesbank übergibt nach zehn Jahren im Amt Jens Weidmann die Geschäfte an Joachim Nagel. Das Ringen um einen Ausstieg aus dem EZB-Billiggeldkurs geht weiter.

Der neue Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht die gestiegenen Teuerungsraten mit Sorge und verspricht einen entschiedenen Einsatz für eine stabile Währung.

Er sehe «derzeit eher die Gefahr, dass die Inflationsrate länger erhöht bleiben könnte als gegenwärtig erwartet», sagte Nagel am Dienstag bei einer im Internet übertragenen Feier anlässlich der Amtsübernahme von Vorgänger Jens Weidmann. Der mittelfristige Preisausblick sei «außergewöhnlich unsicher». Nagel betonte an die Adresse der Europäischen Zentralbank: «Bei aller Unsicherheit ist eines ganz klar: Wenn es die Preisstabilität erfordert, muss der EZB-Rat handeln und seinen geldpolitischen Kurs anpassen.»

In den vergangenen Monaten sind die Inflationsraten kräftig gestiegen. In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Dezember um 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit erreichte die Teuerungsrate in Europas größter Volkswirtschaft den höchsten Stand seit Juni 1992. Im Euroraum insgesamt erreichte die Inflation mit 5 Prozent das höchste Niveau seit der Euro-Einführung.

Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro weniger kaufen können als zuvor. Kritiker werfen der EZB vor, mit ihrer ultralockeren Geldpolitik inklusive milliardenschwerer Anleihenkäufe die Teuerung anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will. Die Notenbank…