Streit mit Australien
Gefangen im „bürokratischen Morast“: Wie es jetzt für Novak Djokovic weitergeht

Novak Djokovic vor knapp einem Jahr nach seinem Sieg bei den Australian Open 2021

© Paul Crock / AFP

von Tim Schulze
10.01.2022, 13:40 Uhr

Das Australien-Visum von Novak Djokovic in Australien ist vorerst wieder gültig, aber der Einwanderungsminister kann das Gerichtsurteil überstimmen. Unterdessen zeichnet sich ab, dass der Serbe ein Opfer staatlicher Wilkür geworden ist.

Bange Stunden für Novak Djokovic: Ein Gericht in Melbourne hat die Annullierung seines Visums durch australische Grenzbeamte aufgehoben, doch das heißt nicht, dass er an den Australian Open teilnehmen wird. Der Richter begründete das Urteil auch nicht grundsätzlich, sondern mit Verfahrensfragen. So hätte die Grenzbeamten Djokovic nicht genug Zeit gelassen, um seine Anwälte zu kontaktieren. Einwanderungsminister Alex Hawke hat die Möglichkeit, das Gerichtsurteil zu übergehen und das Visum erneut zu annullieren: „Der Minister beschäftigt sich derzeit mit dem Fall, und dieser Prozess läuft noch“, sagte ein Sprecher von Hawke.

Doch wie der Einwanderungsminister entscheidet, ist nicht ausgemacht und auch nicht wann. Hawke wird wohl nicht vor dem Montagabend europäischer Zeit eine Entscheidung bekannt geben. Der Minister dürfte sich Zeit nehmen, denn eine erneute Ablehnung des Visums würde gleichzeitig bedeuten, dass der Tennisstar für drei Jahre nicht nach Australien einreisen dürfte.

Für Novak Djokovic wäre eine Verbannung ein Schock

Für den Profi, der seit seinem 16. Lebensjahr regelmäßig im Januar in Melbourne weilt, wäre das ein Schock. Djokovic hätte dann ein Grand-Slam-Turnier weniger, um den ewigen Rekord von 21 Grand-Slam-Siegen zu holen. Der Serbe, Rafael Nadal und Roger Federer haben jeweils 20 Siege geholt. Auch für die Veranstalter der…