Tennisstar in Turbulenzen
„Ich bin nicht geimpft“ – Djokovics Sieben-Stunden-Verhör im Protokoll

Novak Djokovic war zwei Mal an Covid erkrankt.

© Paul Crock / AFP

von Niels Kruse
10.01.2022, 19:02 Uhr

Von halb eins bis viertel vor acht am Morgen des 6. Januar wurde Novak Djokovic in Melbourne vernommen. Aus der Gesprächsabschrift geht deutlich hervor, was über den Tennisstar nur gemutmaßt wurde.

30 Seiten umfasst die Abschrift von Novak Djokovics Vernehmung. Am 6. Januar, um 0.21 Uhr begann das Interview, zwei australische Zollbeamte haben mit dem Tennisstar gesprochen, mehrfach gab es Pausen und Unterbrechungen. Am Ende, um viertel vor acht am Morgen, ging es nur noch darum, mit welcher Airline er nach Melbourne geflogen sei. Die müsse nun informiert werden, so der Interviewer, weil sie den Serben wieder zurück nach Dubai fliegen müsse.

Novak Djokovic: „Ich bin nicht geimpft“

Einer der aufschlussreichsten Passagen der Vernehmung kommt relativ schnell zu Beginn, als der Grenzbeamte den Sportler nach seinen Daten fragt und wissen will, wie es um seine Impfung steht. „Ich bin nicht geimpft“, sagt Djokovic. „Gegen Covid-19? Nicht geimpft?“, fragt der Interviewer nach. „Ich bin nicht geimpft“, so der Serbe. Bislang wurde seine Impfverweigerung immer nur angenommen, weil er seinen Status nie öffentlich gemacht hatte. Nach dem Gesprächsprotokoll ist es aber nun offiziell. Darin gibt die Nummer eins der Tennisweltrangliste an, dass er bereits zweimal an Corona erkrankt gewesen sei, zuletzt Mitte Dezember. Und genau das dürfte der Auslöser für den Schlamassel gewesen sein.

Das sieht, kurz gefasst, so aus: Die Grenzbehörden wollte ihm die Einreise untersagen, ein Gericht aber hat die Entscheidung aufgehoben. Dennoch muss Djokovic weiter um seine Teilnahme an den Australian Open bangen – denn der Einwanderungsminister Alex Hawke kann die…