Die USA haben Russland nach bilateralen Gesprächen in Genf erneut zur Deeskalation in der Ukraine-Krise aufgerufen. Die US-Unterhändlerin, Vizeaußenministerin Wendy Sherman, sagte mit Blick auch auf die bevorstehenden Treffen des NATO-Russland-Rates in Brüssel und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien: „In dieser Woche wird Russland eine einheitliche Botschaft von den Vereinigten Staaten und unseren Verbündeten und Partnern hören, nämlich dass es an Russland liegt, die Spannungen zu deeskalieren, damit wir eine echte Chance haben, diplomatische Lösungen zu finden.“

Kein Ende der NATO-Osterweiterung

Sherman sagte in einer Telefonschalte mit Journalisten, die fast achtstündigen Gespräche mit dem russischen Vize-Außenminister Sergej Ryabkow seien „offen und direkt“ verlaufen. Man habe aber nicht konkret verhandelt – soweit seien die Sondierungsgespräche noch nicht. Beide Seiten hätten jedoch ihre Sicherheitsbedenken dargelegt. Die USA hätten deutlich gemacht, dass sie bereit zu Gesprächen über Konfliktthemen wie die Begrenzung von Manövern oder die Stationierung von Raketen sei.

Der Treffen der Delegationen Russlands und der USA fand im Genfer UN-Gebäude statt

Forderungen Russlands nach Garantien für ein Ende der Osterweiterung der NATO wies Sherman aber erneut zurück. Man werde niemandem erlauben, die Politik der Offenen Tür der Allianz gegenüber souveränen Staaten zu stoppen. Die USA würden zudem keine Entscheidung über die Ukraine, Europa oder die Allianz fällen, ohne das vorher mit den Betroffenen zu klären. Sherman drohte Russland im Fall einer militärischen Eskalation in der Ukraine-Krise erneut mit massiven Konsequenzen.

„Nicht gelungen, irgendeine Verbesserung zu erzielen“

Rjabkow seinerseits erklärte, der US-Seite sei versichert worden, dass Russland keinen Überfall auf die Ukraine plane. Moskau habe aber auch klar gemacht, dass in Bezug auf wesentliche Forderungen…