Der Chef des dänischen Militär- und Auslandsgeheimdienstes (FE), Lars Findsen, ist Medienberichten zufolge festgenommen worden. Es gehe um seine Verwicklung in einen Fall, bei dem es sich um das Durchsickern hochgeheimer Informationen an dänische Medien handele, berichtete unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender DR. Findsen und drei weitere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der beiden dänischen Geheimdienste seien deswegen bereits im Dezember festgenommen worden. Findsen sei jedoch der einzige, der während der laufenden Ermittlungen in Untersuchungshaft bleiben müsse.

Daten mit US-Geheimdiensten geteilt?

In Kopenhagen fand dazu nun eine Gerichtsanhörung statt, der Fall wird allerdings hinter verschlossenen Türen verhandelt. Findsen sagte zu Reportern, er plädiere auf nicht schuldig. „Das alles ist völlig verrückt.“ Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern. Durch die Anhörung wurde der Fall von Findsen nun auch erst publik, weil dabei erlaubt wurde, seinen Namen zu nennen.

In diesen Gebäuden – der historischen, 1624 erbauten Zitadelle in Kopenhagen – ist auch der Geheimdienst FE untergebracht

Findsen ist seit 2015 FE-Chef. Der öffentlich-rechtliche Sender DR hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass der dänische Dienst Daten mit US-Geheimdiensten geteilt habe und die Amerikaner dadurch möglicherweise auch Zugriff auf die persönlichen Daten und die private Kommunikation dänischer Bürger bekommen hätten.

Suspendierung nach kritischem Bericht

Im August 2020 dann wurde Findsen nach einem kritischen Bericht der Geheimdienstaufsicht vom Dienst suspendiert. In dem Bericht hatte die Aufsichtsbehörde dem FE vorgeworfen, gegen das Gesetz verstoßen und widerrechtlich Informationen über Dänen weitergegeben zu haben. Eine Sonderkommission wies diese Kritik im Dezember aber zurück. Damit wurde auch Findsens Suspendierung wieder aufgehoben.

sti/rb (dpa, rtr)