Die wohl bekanntesten Sätze von Robert Durst waren nie für die Öffentlichkeit bestimmt. Nach einem Interview für eine Dokumentarserie blieb das Ansteckmikrofon des US-Millionärs von ihm unbemerkt angeschaltet, während er zur Toilette ging. Zwischen Wasserrauschen und Papierzerknüllen sprach er mit sich selbst. „Nun ist es so weit. Sie haben dich. Was für ein Desaster. Was zur Hölle habe ich getan? Na klar – ich habe sie alle umgebracht“, murmelte Durst bei den Aufnahmen für eine 2015 ausgestrahlte TV-Doku des Senders HBO. 

Sohn einer Immobilien-Dynastie

Die dahingemurmelten Sätze ließen Amerika den Atem anhalten – und gaben den Ermittlungen gegen den seit Jahrzehnten unter mehrfachem Mord-Verdacht stehenden Durst neuen Schwung. Im vergangenen Herbst wurde der Sohn einer der bekanntesten New Yorker Luxus-Immobilien-Dynastien wegen des Mordes an einer Freundin vor mehr als 20 Jahren zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt.

Kurz darauf wurde eine weitere Mordanklage gegen Durst eingereicht – fast 40 Jahre nach dem aufsehenerregenden Verschwinden seiner Ehefrau. Doch zu diesem Prozess wird es nun nicht mehr kommen: An diesem Montag starb Durst im Alter von 78 Jahren in Kalifornien, wie sein Verteidiger Chip Lewis mitteilte. Durst habe sich im Gewahrsam der Justiz befunden und sei eines natürlichen Todes gestorben.

Von Krankheit gezeichnet

Der Millionär war schon länger gesundheitlich angeschlagen gewesen. Im Gericht war der unter anderem an Blasenkrebs erkrankte Durst im Rollstuhl erschienen, zwischenzeitlich war er auch an COVID-19 erkrankt.

Die Geschichte des 1943 in New York geborenen Durst ist gruselig, aber auch tragisch: Als ältestem Sohn einer New Yorker Immobilien-Dynastie war ihm ein Leben in Reichtum gewiss, doch Glück kam nicht dazu. Seine Mutter starb, als er sieben Jahre alt war. Mit seinem Bruder Douglas stritt er ständig – und der Konflikt eskalierte, als ihr Vater den jüngeren Douglas vorzog und Robert nicht wie eigentlich…