Ukraine-Krise
„Sondierungscharakter“: USA und Russland dämpfen Erwartungen an Gipfel in Genf

Vize-Außenministerin Wendy Sherman leitet die US-Delegation bei den Verhandlungen mit Russland

© Pablo Porciuncula / AFP

In Genf wollen Russland und die USA über die Ukraine-Krise reden. Noch vor dem ersten Zusammentreffen versuchen beide Seiten, die Erwartungen an die Gespräche klein zu halten.

Vor Verhandlungen mit den USA sind Vertreter Russlands in Genf eingetroffen. Das russische Außenministerium in Moskau veröffentlichte am Sonntagmittag ein Video, das ein Flugzeug der Delegation auf dem Flughafen der Schweizer Stadt zeigte. Das erste Treffen sei bereits für den Abend geplant. Die zentralen Gespräche sind dem Ministerium zufolge aber für diesen Montag angesetzt.

Sowohl die russische als auch die US-Seite haben bereits die Erwartungen an die Verhandlungen gedämpft. „Es wird keine festen Verpflichtungen geben in diesen Gesprächen, die ernsthaft und konkret sein werden, aber einen Sondierungscharakter haben“, sagte ein US-Regierungsvertreter am Samstag in einer Telefonschalte mit Journalisten. Alle Themen würden danach in Washington geprüft und im Laufe der Woche mit Verbündeten besprochen. Der Regierungsmitarbeiter sagte weiter, es würde ihn dennoch nicht überraschen, sollte die russische Seite Falschmeldungen über US-Zugeständnisse streuen, um „eine Spaltung unter den Verbündeten herbeizuführen“.

Russland erwartet keinen schnellen Fortschritt

Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sprach von „realistischen“ Erwartungen an die Gespräche. „Nach den Signalen, die wir in den vergangenen Tagen aus Washington und Brüssel vernommen haben, wäre es wohl naiv, einen Fortschritt – erst recht einen schnellen – vorauszusetzen“, sagte der 61-Jährige der Agentur Interfax am Sonntag. Gleichzeitig forderte er erneut verbindliche…