Kasachstan
Nach tagelangen Protesten: Regierung spricht von stabilisierter Lage – mehr als 5000 Festnahmen

Almaty, Kasachstan: Bewaffnete Polizisten machen sich während einer Straßenkontrolle schussbereit.

© Vasily Krestyaninov

In Kasachstan haben sich die Ausschreitungen nach offiziellen Angaben beruhigt. Dutzende Menschen wurden bei den gewaltsamen Protesten getötet, mehr als 5000 wurden bislang festgenommen.

Nach den schwersten Ausschreitungen seit Jahren kehrt in Kasachstan wieder ein wenig Ruhe ein. „Die Lage habe sich in allen Teilen des Landes stabilisiert“, erklärte Innenminister Jerlan Turgumbajew. Der „Anti-Terror-Einsatz“ werde jedoch fortgesetzt, um „die Ordnung im Land wiederherzustellen“. 

Landesweit wurden laut dem Ministerium bisher 5.135 Menschen festgenommen, die Justizbehörden nahmen umgehend Ermittlungen auf. Den Festgenommenen wird Sachbeschädigung und Plünderung vorgeworfen: Mehr als 100 Geschäfte und Banken wurden geplündert und mehr als 400 Fahrzeuge zerstört. Den Sachschaden schätzte das Ministerium demnach auf umgerechnet rund 175 Millionen Euro

Kasachstan: Leichte Entspannung nach Protesten

In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Kasachstan überschlagen: Aus Protesten gegen deutliche Gaspreis-Erhöhungen sind schwerste Ausschreitungen mit Toten und Verletzten geworden. Präsident Kassym-Schomart Tokajew verhängte den Ausnahmezustand und bat ein von Russland geführtes Militärbündnis um Hilfe. Am Freitag wies er die Sicherheitskräfte an, „ohne Vorwarnung“ auf Demonstranten zu schießen, die er als „Terroristen“ und „Banditen“ bezeichnete.

Nach Angaben des Innenministeriums sind bislang 18 Sicherheitskräfte getötet sowie rund 1300 Polizisten, Soldaten und weitere Angehörige der Sicherheitsbehörden verletzt…