Altersvorsorge
Zinstief setzt Pensionskassen weiter unter Druck

Die Niedrigzinsphase wirkt sich auch auf die Pensionskassen aus. Foto: Stefan Sauer/dpa

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Pensionskassen haben es in der Niedrigzinsphase besonders schwer. Leistungskürzungen sind bei einigen Einrichtungen auf absehbare Zeit nicht auszuschließen.

In der Zinsflaute könnten weiteren Betriebsrentnern in den nächsten Jahren finanzielle Einschnitte drohen.

Bei einer ganzen Reihe von Pensionskassen seien die Trägerunternehmen bereit, Geld nachzuschießen, um Kürzungen der Betriebsrenten für die Mitarbeiter zu vermeiden, sagte Deutschlands oberster Versicherungsaufseher Frank Grund. «Problematisch sind aber die Fälle, wo es kein entsprechendes Bekenntnis der Arbeitgeber gibt. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in den nächsten Jahren weitere Leistungskürzungen geben wird, mit größeren Fällen rechne ich aber nicht.»

Rund 90 Prozent der Verpflichtungen von Pensionskassen sind Grund zufolge ab Anfang 2022 voll durch den Pensionssicherungsverein geschützt. Dieser springt ein, wenn eine Pensionskasse ihre Leistungen kürzt und der Arbeitgeber die Differenz nicht ausgleichen kann, insbesondere wegen Insolvenz.

Bafin: Pensionskassen haben es schwerer

In der Vergangenheit hatten die Pensionskasse der Caritas und das Schwesterunternehmen, die Kölner Pensionskasse, die Leistungen kürzen müssen. Von den rund 135 Pensionskassen sind derzeit rund 40 unter verschärfter Beobachtung. «Pensionskassen haben es schwerer als Lebensversicherer, da sie ausschließlich lebenslange Garantien anbieten und nicht auf andere Produkte ausweichen können», sagte der Exekutivdirektor der Finanzaufsicht Bafin der Deutschen Presse-Agentur. Lebensversicherer bieten im Neugeschäft mittlerweile weitgehend nur noch Produkte mit abgespeckter Garantie an.