Die Verteidigungsministerin habe sich „aus erster Hand über die Eindrücke der Soldaten und deren „Aufgaben vor Ort im Einsatz“ informiert, heißt es aus ihrem Ministerium in Berlin. Christine Lambrecht hatte am Samstag Jordanien besucht, an diesem Sonntag reiste sie dann weiter nach Bagdad sowie in die Kurdengebiete im Norden des Iraks. Für beide Länder steht demnächst die Bundestagsentscheidung über eine Mandatsverlängerung an.

Bei Gesprächen mit Regierungschef Mustafa al-Kadhimi sowie ihrem irakischen Amtskollegen Dschuma’a Enad sicherte Lambrecht die weitere Unterstützung Deutschlands zu. Der Kampf gegen den IS sei „keineswegs gewonnen“. Es seien zwar schon Erfolge erzielt worden, „aber wir müssen diesen Kampf gemeinsam gewinnen“. Sie wolle dem Irak die Zusage geben, „dass wir da gemeinsam auch in Zukunft zusammen arbeiten werden“.

Verteidigungsministerin Lambrecht und Iraks Regierungschef Mustafa al-Kadhimi

Die Opfer der kurdischen Kämpfer gewürdigt

Beim Bundeswehr-Kontingent Erbil, wo sie ebenfalls mit Soldaten sprach, beriet sie mit der Führung der kurdischen Regionalregierung über die Sicherheit und Stabilität im Nordirak. Dabei habe sie die großen Opfer gewürdigt, welche die kurdischen Kämpfer gegen den IS auf sich genommen hätten. „Der Terror bedroht nicht nur die Region, sondern auch uns in Europa und in Deutschland“, sagte Lambrecht.

Die sozialdemokratische Ministerin hatte sofort nach ihrem Amtsantritt angekündigt, alle Auslandseinsätze der Bundeswehr einer genauen Überprüfung zu unterziehen. Unter anderem soll sich noch im Januar das Kabinett mit der Verlängerung des Irak-Mandats befassen. Dabei müssten die Situation vor Ort sowie die Sicherheit der Bundeswehrangehörigen genau analysiert werden, sagte Lambrecht. Auch müsse überprüft werden, wie die irakische Regierung zu dem Einsatz stehe.

Insgesamt beteiligt sich Deutschland aktuell mit rund 240 Soldaten an Einsätzen in Jordanien, Irak und über Syrien.

rb/uh (AFP, dpa)