Der Präsident des autoritär geführten zentral-asiatischen Landes, Kassym-Schomart Tokajew, ordnete einen Tag der Staatstrauer an. Am Montag solle „der vielen Opfer der tragischen Ereignisse in einigen Landesteilen“ gedacht werden, berichten mehrere kasachische Staatsmedien.

Die Behörden zählten bislang insgesamt mehr als 40 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte. Befürchtet wird jedoch, dass die Zahl – vor allem der zivilen Todesopfer – viel höher sein könnte: Bereits seit Tagen wird Militär gegen Demonstranten eingesetzt, und Präsident Tokajew hat ausdrücklich den Schießbefehl erteilt. In der Millionenstadt Almaty, die von den Unruhen besonders erschüttert wurde, sollen die so genannten Anti-Terror-Einsätze weiterhin laufen, heißt es in unabhängigen kasachischen Nachrichtenkanälen.

Präsident Tokajew (l.) hofft auf Unterstützung von Russlands Präsident Putin (r.)

In dem Bemühen um eine Stabilisierung der Lage bat Präsident Tokajew ein von Russland geführtes Militärbündnis um Hilfe. In Agenturberichten heißt es, Russlands Präsident Wladimir Putin habe am Samstag ein langes Telefonat mit Tokajew geführt. 

Festnahme wegen Verdachts auf Hochverrat

Der kasachische Inlandsgeheimdienst gab unterdessen bekannt, dass sein früherer Chef, Karim Massimow, wegen des Verdachts auf Hochverrat festgenommen wurde. Tokajew hatte Massimow den Posten am Donnerstag entzogen – ebenfalls im Zuge der Proteste.

Der Präsident wirft den Sicherheitsorganen vor, nicht bereits im Vorfeld auf angeblich von außen gesteuerte „Terroristen“ aufmerksam geworden zu sein. Erst dadurch hätten die Ausschreitungen solche Ausmaße annehmen können.

Rätselraten um Nasarbajew

Unklar ist, ob Kasachstans einflussreicher Ex-Langzeit-Machthaber Nursultan Nasarbajew noch im Land ist. Einem Sprecher zufolge hat er trotz der Unruhen die Republik nicht verlassen. „Der Führer der Nation hält sich in Kasachstans Hauptstadt Nur-Sultan auf“ schrieb Ajdos Ukibaj auf Twitter.

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