Jährlicher Protestzug
15.000 Demonstranten gegen Agrarpolitik erwartet

Eine Frau demonstriert vor dem Kanzleramt in Berlin gegen die aktuelle Agrar- und Ernährungspolitik Deutschlands. Foto: Christoph Soeder/dpa

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Es hat inzwischen Tradition: Immer im Januar fordern Tausende in Berlin mehr Klima- und Tierschutz sowie bessere Einkommen auf Bauernhöfen. Das geht auch ohne den ursprünglichen Demo-Anlass.

Die Grüne Woche fällt in diesem Jahr wegen Corona zwar aus – die traditionelle Großdemonstration von Kritikern der Agrarpolitik soll aber wieder durch Berlin führen.

Zum Protestzug «Wir haben Agrarindustrie satt!» am 22. Januar rechnen die Veranstalter nach Angaben der Versammlungsbehörde mit 15.000 Menschen. Mit dem Start der Bundesregierung müsse es einen Neustart in der Agrarpolitik gegen, heißt es im Aufruf. Er beklagt die Klimakrise, das Artensterben und dass immer mehr Bäuerinnen und Bauern ihre Höfe aufgeben. Ursache dafür seien ruinöse Preise für Lebensmittel.

Protest trotz Corona

Träger der Demo sind Vertreter ökologisch und konventionell wirtschaftender Bauern, Natur-, Umwelt- und Tierschutzverbände sowie kirchliche Hilfswerke. Den jährlichen Protestzug gibt es seit 2011 – eigentlich zeitgleich zur großen Agrar- und Ernährungsmesse Grüne Woche in den Hallen am Funkturm. Sie war nach einer Online-Ausgabe 2021 aber Ende November wegen steigender Corona-Zahlen für 2022 abgesagt worden. Zuvor hatten mehrere Bundesländer ihre Messeauftritte abgesagt oder auf den Prüfstand gestellt.

Die Demo-Organisatoren der Kampagne «Meine Landwirtschaft» rufen zu einem Protest mit Maske und Abstand auf. Zudem werden Teilnehmer um 2G gebeten – also darum, nur dabei zu sein, wenn sie entweder geimpft oder genesen sind. Zu den Zielen des Demonstrationszugs zählen das Brandenburger Tor und das Bundeskanzleramt.