von Leonie Scheuble
08.01.2022, 08:23 Uhr

Kritische Corona-Lage, verschärfter Ton: Sowohl Boris Johnson als auch Emmanuel Macron teilten zuletzt ordentlich gegen Ungeimpfte aus. Nur Deutschlands Kanzler hält sich bislang zurück.

Der Ton wird rauher. Besonders in Ländern, die stark von der Omikronwelle betroffen sind, lässt sich derzeit ein auffälliger Kommunikationswandel beobachten. Je stärker die Corona-Fallzahlen steigen, desto schärfer wird der Ton gegenüber jenen, die durch ihre Ablehnung der Impfung zum Pandemiegeschehen beitragen. 

So sorgte vor ein paar Tagen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit einem verbalen Ausrutscher für Schlagzeilen. „Ich habe große Lust, sie [die Ungeimpften] zu nerven, also werden wir fortfahren, dies bis zum Ende zu tun“, hatte die Zeitung „Le Parisien“ Macron zitiert. Da jedoch das im Französischen benutzte Wort für „nerven“ („emmerder“) ursprünglich bedeutete „jemanden mit Exkrementen zu bedecken“, sorgten die ungewöhnlich derben Worte des Präsidenten international für Aufsehen.

Doch Macron ist mit seiner Kritik nicht allein. Auch dem britischen Premier reicht es so langsam. „Ich möchte den Impfgegnern, den Leuten, die diesen Hokuspokus in den sozialen Medien verbreiten, sagen: Sie liegen völlig falsch“, schimpfte Boris Johnson am Donnerstag. Diese Leute würden „völligen Unsinn über die Impfung erzählen“. 

Boris Johnson: Gesundheitswesen im „Kriegszustand“

Was Großbritannien und Frankreich eint, ist die derzeit kritische Corona-Lage. Großbritannien meldete am Dienstag einen neuen Höchststand von 218.724 Neuinfektionen. Allein in England wird inzwischen jeder 15te positiv getestet. Auch wenn die Zahl der Todesfälle und der Covid-19-Intensivpatienten aktuell noch nicht signifikant steigt, bringt die Omikonwelle die britischen Kliniken an ihre Grenzen.

Das liegt vor…