Als in der 79. Minute des Spiels in der Münchener Allianz-Arena Christoph Kramer und Stefan Lainer vom Platz gingen, konnte man sich den Szenenapplaus der Fans von Borussia Mönchengladbach dazu denken. Nur denken, weil angesichts der Corona-Zahlen das Spiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach ohne Publikum stattfand. Aber wären Zuschauer da gewesen, die beiden erschöpften Gladbacher wären die Helden gewesen. 

Ein kleines Mirakel

Vor allem der robuste Österreicher Stefan Lainer war derjenige, an dem sich die Bayern an diesem Abend etwas die Zähne ausgebissen haben. 27. Minute: Lainer flankt in den Strafraum und bereitet so seinem Mannschaftskameraden Florian Neuhaus den Boden, der zum 1:1 trifft. Und vier Minuten später ist es Lainer selbst, der mit dem Kopf nach einer Ecke den Führungstreffer erzielt. Dass es bei dem Spielstand blieb, war schon ein kleines Mirakel. Doch dazu später mehr. 

In Weiß: Schneeflocken und die Spieler der Borussia. In Rot: Robert Lewandowski, der das erste Tor der Rückrunde erzielte

Elf Spieler, eine ganze Mannschaft, waren bei den Bayern außer Gefecht. Entweder mit Corona, wie Mannschaftskapitän Manuel Neuer, oder anders angeschlagen mit Verletzungen. „Ich bin keiner, der rumheult“, hatte Trainer Julian Nagelsmann vor der Partie zu Protokoll gegeben. Wer in einer ersatzgeschwächten Truppe immer noch Spieler wie Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Thomas Müller aufbieten kann, sollte das mit dem Rumheulen ohnehin lassen. Wobei Nagelsmann mit gutem Grund darauf hinwies, dass es etwa für Kimmich oder für den in der Abwehr schwer geforderten Marcel Sabitzer das erste Spiel nach längerer Zeit war. Dass die Mönchengladbacher die bessere Elf gewesen wäre, wollte Nagelsmann nicht gelten lassen. 

Die Gunst des Tages

Schließlich sah es am Anfang ganz nach dem üblichen Bayern-Menue aus. Die Gastgeber in Rot drängten, Ersatzkeeper Sven Ulreich langweilte sich und Lewandowski…