von Marc Drewello
07.01.2022, 13:34 Uhr

Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington waren US-Politiker parteiübergreifend entsetzt. Ein Jahr später ist die Spitze der Republikaner nicht einmal mehr bereit, gemeinsam mit den Demokraten der Opfer zu gedenken. 

Der Jahrestag der Erstürmung des US-Kapitols hat offenbart, wie groß die Kluft zwischen Demokraten und Republikanern im Land ist. Während kurz nach dem 6. Januar 2021 noch parteiübergreifend Entsetzen über den Angriff auf das Herz der amerikanischen Demokratie geherrscht hatte, stieß das Gedenken daran in der Partei von Ex-Präsident Donald Trump bestenfalls auf Desinteresse – und oft auf scharfe Kritik. Bei diversen Veranstaltungen in Washington anlässlich des traurigen Jubiläums meldeten sich vor allem Demokraten zu Wort, während sich Republikaner auffallend mit öffentlichen Stellungnahmen zurückhielten oder gar nicht erst erschienen.

Republikaner meiden Schweigeminute im Kapitol

Der demokratische Senator Chris Murphy veröffentlichte auf Twitter ein Foto von einer Schweigeminute, mit der Senat und Repräsentantenhaus an den Angriff durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump erinnerten. Nur zwei Angehörige der Republikaner waren zu der Zeremonie erschienen: Elizabeth Lynne Cheney, Intimfeindin von Trump und seinen Unterstützern und Vorsitzende des Kongressausschusses zur Untersuchung der Vorfälle vom 6. Januar 2021, und ihr 80 Jahre alter Vater, der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney. „Ein außergewöhnliches Bild dafür, wo die Politik dieses Landes derzeit steht“, kommentierte Murphy das Foto.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Twitter integriert.

Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGENHier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren…