Astronomische Premiere
Am kosmischen Sterbebett: Wissenschaftler beobachten Tod eines riesigen Sterns – in Echtzeit

Die Überreste einer anderen Supernova im optischen Licht in der Großen Magellanschen Wolke

© United Archives / WHA / Picture Alliance

von Yannik Schüller
07.01.2022, 16:16 Uhr

Zum ersten Mal ist es Forschern gelungen, die letzten Tage und den explosiven Tod eines riesigen Sterns zu beobachten. Es sei gewesen „als würde man eine tickende Zeitbombe beobachten“, berichten die Wissenschaftler.

Sterne werden geboren, leben und sterben – darin sind sie uns gar nicht so unähnlich. Allerdings fällt „der letzte Atemzug“ eines Stern deutlich spektakulärer aus. Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern gelungen, den explosiven Todeskampf eines dieser riesigen Gaskugeln zu beobachten – und das auch noch in Echtzeit.

Unter der Leitung von Forschern der US-amerikanischen Northwestern University und der University of California hat das Team die letzten 130 Tage im Leben eines weit entfernten Himmelskörpers verfolgt – bis zum bitteren und bildgewaltigen Ende. Ihre Beobachtungen haben die Astronomen am Donnerstag im renommierten „Astrophysical Journal“ veröffentlicht.

Stellarer Tod: wenn dem Sternenmotor der Treibstoff ausgeht

Ein Stern, so auch unsere Sonne, ist im Grunde nichts anderes als ein gewaltiger Kernreaktor. Während seiner gesamten Lebenszeit fusionieren im Sterninneren Wasserstoffatomkerne, wobei Helium entsteht. Bei diesem Prozess wird eine riesige Menge Energie freigesetzt.

Der Sterbeprozess beginnt dann, wenn der Stern allen ihm zur Verfügung stehenden Wasserstoff verbraucht hat. Zu diesem Zeitpunkt erlischt das zentrale Kernfeuer des Himmelskörpers, wie das US-Magazin „Astronomy“ erklärt. Da der Kern, der nur noch aus dem zurückgebliebenen Helium besteht, nicht mehr von der…