Widersprüchliche Angaben
Impfquote übersteigt 100 Prozent – hat Bremen richtig gerechnet?

Menschen stehen vor dem Bremer Hauptbahnhof im Freien – mit Mund-Nasen-Schutz. Die Inzidenz steigt in der Hansestadt rasant.

© Hauke-Christian Dittrich / DPA

von Christine Leitner
07.01.2022, 20:36 Uhr

Hat Bremen alles richtig gemacht? Zumindest ging es mit der Impfkampagne zügig voran. Jetzt knackt die Impfquote sogar die 100 Prozent-Marke. Aber kann das stimmen?

Die jüngsten Meldungen aus dem kleinsten Bundesland Deutschlands irritieren – zumindest auf den ersten Blick. Nach den Feiertagen stiegen die Fallzahlen täglich. Mittlerweile verzeichnet Deutschlands Impfmeister Bremen eine Inzidenz von 799 und liegt so mit Abstand vor dem Zweitplatzierten Berlin (Stand 7. Januar 2022: 511,5). Dabei galt Bremen mit seinem flotten Impftempo lange als Vorbild. Dass die Inzidenz nun wieder in die Höhe schießt, hat drei gute Gründe.

Darum steigt die Inzidenz in Bremen so stark

Studien, unter anderem aus Israel, haben bereits im Herbst nahegelegt, dass der Impfschutz je nach Hersteller unterschiedlich schnell und stark abnimmt. Die steigenden Fallzahlen führt der Epidemiologe Hajo Zeeb vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie unter anderem genau darauf zurück. „Durch die früh angelaufene Impfkampagne in Bremen lässt der Impfschutz inzwischen nach“, sagte er zuletzt im ZDF.

Lukas Fuhrmann, Sprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in Bremen, macht vor allem die Omikronvariante verantwortlich. Bremen und Hamburg gelten derzeit als die Bundesländer, in denen die Mutante bereits dominiert. „Wir gehen davon aus, dass Omikron mittlerweile fast 100 Prozent aller Corona-Fälle ausmacht“, sagte Fuhrmann auf stern-Anfrage.

Laut Zeeb ist die Mutante etwa 2,5 bis 3,5 Mal infektiöser als…