Der Filmemacher starb nach Angaben seiner Tochter Antonia Bogdanovich am Donnerstag in seinem Haus in Los Angeles.  Als der junge Regisseur Peter Bogdanovich 1971 mit „The Last Picture Show“ („Die letzte Vorstellung“) ein perfektes Porträt der amerikanischen Provinz in den 1950er-Jahren auf die Leinwand zauberte, wurde er über Nacht berühmt. Der Film wurde für acht Oscars nominiert und in zwei Kategorien ausgezeichnet und gilt als Hollywood-Klassiker.

Der jungen Schauspielerin Cybill Shepherd hatte Bogdanovich in seiner Texas-Nostalgie die Rolle der umschwärmten Schülerin Jacy gegeben. Es war auch der Beginn einer jahrelangen Affäre des verheirateten Filmemachers mit seiner Hauptdarstellerin.

Mit der Komödie „What’s Up Doc“, mit Barbra Streisand und Ryan O’Neal, und dem melancholischen Roadmovie „Paper Moon“, mit der jungen Tatum O’Neal, folgten weitere Erfolge. Immer wieder trat Bogdanovich auch als Schauspieler in Filmen und Serien auf, unter anderem in der Mafia-Serie „The Sopranos“. Zuletzt drehte Bogdanovich 2018 einen Dokumentarfilm über den US-Schauspieler Buster Keaton, mit dem Titel „The Great Buster“.

„Freund und Meister des Kinos“

Weggefährten wie Regie-Legende Francis Ford Coppola zeigten sich erschüttert über Bogdanovichs Tod. Er habe „Meisterwerke“ geschaffen. „Ich bin am Boden zerstört. Er war ein wunderbarer und großer Künstler“, würdigte Coppola den Kollegen. Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro bezeichnete Bogdanovich als „lieben Freund und Meister des Kinos“. Oscar-Preisträgerin Barbra Streisand schrieb auf Instagram, „Peter hat mich immer zum Lachen gebracht“, er werde „dort oben“ weiter für Lacher sorgen.

Bogdanovich wurde 1939 in Kingston im US-Bundesstaat New York geboren. Er war ein einflussreicher Filmkritiker, bevor er hinter die Kamera wechselte und 1968 mit dem Thriller „Bewegliche Ziele“ seinen ersten Spielfilm drehte. Er hatte in Hollywood ein großes Vorbild, „Citzen Kane“-Regisseur Orson Welles.

Mit seinem Privatleben…