Erster Jahrestag
Biden gibt Trump Schuld an Sturm auf das Kapitol

Normalerweise halten sich US-Präsidenten mit Kritik an ihren Vorgängern zurück. Amtsinhaber Joe Biden macht da eine Ausnahme

© Greg Nash/Pool / AFP

US-Präsidenten üben eigentlich keine offene Kritik an ihren Vorgängern. Doch Joe Biden macht am ersten Jahrestag des Angriffs auf das US-Kapitol eine Ausnahme.

Ein Jahr nach Erstürmung des Kapitols in Washington hat US-Präsident Joe Biden seinen Vorgänger Donald Trump für den blutigen Angriff auf das Parlament verantwortlich gemacht. „Zum ersten Mal in unserer Geschichte hat ein Präsident nicht nur eine Wahl verloren, sondern versucht, die friedliche Machtübergabe zu verhindern“, sagte Biden am Donnerstag in einer Ansprache zum Jahrestag im Kapitol. „An diesem Gedenktag müssen wir dafür sorgen, dass ein solcher Angriff nie wieder geschieht.“

Biden nennt Trump nicht beim Namen

Trumps Namen nannte Biden nicht. Normalerweise hält er sich – wie andere frühere Präsidenten – mit offener Kritik am Vorgänger zurück. Der US-Demokrat kritisierte, der damalige Amtsinhaber habe den Angriff im Weißen Haus im Fernsehen verfolgt „und nichts getan“. Der Republikaner habe „ein Netz an Lügen über die Wahl 2020“ gesponnen. Trump stelle seine eigenen Interessen über die der USA. „Sein angeschlagenes Ego ist ihm wichtiger als unsere Demokratie oder unsere Verfassung. Er kann sich nicht damit abfinden, dass er verloren hat.“

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