von Katharina Brenner-Meyer
06.01.2022, 09:52 Uhr

Ute Eggers, Referentin für Vogelschutz beim Naturschutzbund Nabu, ist besorgt um den Zustand der Arten. Sie sagt, was jede und jeder von uns tun kann, um Vögeln zu helfen. Und sie gibt Tipps fürs Vögelzählen bei der „Stunde der Wintervögel“, die jetzt beginnt. 

Es wird wieder gezählt. Vom 6. bis 9. Januar lädt der Naturschutzbund Nabu zur „Stunde der Wintervögel“ ein. Wer möchte, kann dann eine Stunde lang Vögel beobachten und zählen. Die große Mitmachaktion soll Erkenntnisse über den Zustand der Arten in Deutschland liefern. Um die ist es grundsätzlich nicht gerade gut bestellt. Nabu-Ornithologin Ute Eggers sagt im Interview, welchen Gefahren Vögeln ausgesetzt sind und was ihnen hilft. 

Frau Eggers, haben Sie einen Lieblingsvogel?
Über Weißstörche habe ich promoviert, da bin ich etwas voreingenommen. Aber eigentlich finde ich alle Vögel ziemlich toll. Bei den Wintervögeln mag ich vielleicht vor allem das Wintergoldhähnchen. Mit gerade mal fünf Gramm ist es der kleinste Vogel Europas. Und es hält bis zu minus 20 Grad aus. Das ist doch beeindruckend.

Jetzt startet wieder die „Stunde der Wintervögel“. Wo werden Sie dieses Mal Vögel zählen?
Erst in einem Park im Regierungsviertel bei einer PR-Aktion des Nabu und dann privat auf meinem Balkon.

Jede und jeder kann mitmachen. Haben Sie als Expertin Tipps fürs Vögelzählen?
Bei der Aktion ist es wichtig, nicht einfach alle Vögel einer Art, die innerhalb einer Stunde zu sehen waren, zusammenzuzählen, sondern jeweils die größte Anzahl der Tiere zu notieren, die auf einmal da waren. Sehe ich zum Beispiel erst drei und später fünf Haussperlinge, melde ich nur die fünf. So wollen wir Mehrfachzählungen ausschließen. Ansonsten braucht man nur einen festen Platz – vor dem Fenster, auf dem Balkon oder im Park – Stift und Papier oder die Nabu-App…