Studie
Schlecht bezahlt trotz Vollzeitjob: Wo die meisten Geringverdiener wohnen

In der Gastronomie wird häufig nicht gut gezahlt, immerhin gibt es noch Trinkgelder

© Drazen Zigic / Getty Images

von Daniel Bakir
06.01.2022, 05:00 Uhr

Fast jeder fünfte Beschäftigte verdient trotz Vollzeitjob weniger als 2284 Euro brutto. Eine Studie zeigt, wo besonders viele und wo besonders wenige Geringverdiener wohnen.

Vollzeit arbeiten und am Ende des Monats trotzdem nur mit einem kargen Lohn nach Hause gehen – das passiert in Deutschland Millionen Menschen. Dabei ist der Anteil an Geringverdienern regional aber sehr unterschiedlich ausgeprägt, zeigt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Als Geringverdiener sind hier alle Vollzeitbeschäftigten definiert, die weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttoeinkommens verdienen. Die Schwelle liegt für das Jahr 2020 bei genau 2284 Euro im Monat. Weniger verdienten bundesweit 18,7 Prozent, also etwa jeder fünfte Arbeitnehmer in Vollzeit. 

Osten holt auf, liegt aber noch hinten

Die gute Nachricht: Die Gruppe der Geringverdiener in Vollzeit wird seit Jahren immer kleiner. 2011 hatten noch 21,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in dem sogenannten „unteren Entgeltbereich“ gelegen. Die positive Entwicklung liegt vor allem an einem Aufholprozess in den ostdeutschen Bundesländern: Während die Geringverdiener-Quote im Westen seit zehn Jahren durchgängig zwischen 16 und 17 Prozent liegt, ist sie im Osten (inklusive Berlin) seit 2011 von 39 auf 29 Prozent zurückgegangen.

Dennoch sind es ausschließlich Städte und Landkreise in Ostdeutschland, die in der Statistik mit den höchsten Geringverdiener-Quoten hervorstechen. Im Erzgebirgskreis, in Görlitz, im Saale-Orla-Kreis, in…