Georgien, Tschetschenien, Ukraine
Immer Ärger mit der Ex (Teilrepublik) – Russlands Konflikte mit seinen Nachbarn

13. Dezember 1994, westlich von Grosny: Tschetschenische Soldaten auf der Flucht vor Russlands Kampfhubschrauber, der zu explodieren droht.

© AFP Evstafiev / Picture Alliance

von Niels Kruse
06.01.2022, 20:46 Uhr

Kampfzone Ex-Sowjetunion: Pro-Russland geführte Nachfolgestaaten wie Kasachstan genießen die Unterstützung Moskaus. Wer sich aber lossagt, oder mit dem Westen flirtet, zieht den Zorn des Kreml auf sich – eine Übersicht.

Vor genau 30 Jahren löste sich die Sowjetunion in einer Hütte im Białowieża-Urwald im heutigen Belarus in ihre Bestandteile auf. Per Federstrich besiegelten die Präsidenten der Republiken Russland, Ukraine und Belarus am Morgen des 8. Dezember 1991 das Ende ihres Riesenreichs. Längst war es ökonomisch heruntergewirtschaftet, politisch ausgemergelt, reformunfähig und hatte sich militärisch verausgabt. Der Zerfall begann bereits im März 1990, am Ende waren es 15 Einzelrepubliken. Manche, wie die baltischen Staaten, orientierten sich nach Westen. Andere, wie die Republik Bergkarabach oder Transnistrien sind nie über den Status eines nur halboffiziellen Staatengebildes hinausgekommen. Die meisten, darunter Kasachstan und Turkmenistan, blieben eng mit dem Kreml verbunden. Manche aber lässt Russland einfach nicht ziehen – und das sorgt regelmäßig für Konflikte.

1994: Der erste Tschetschenienkrieg

Die ersten Muskelspiele begannen im Kaukasus mit dem Unabhängigkeitsbestreben Tschetscheniens. Dschochar Dudajew, der erste postsowjetische Regierungschef des Landstrichs zwischen dem Schwarzem und dem Kaspischen Meer betrieb eine explizit antirussische Politik. Damit aber zog er den Zorn Moskaus auf sich. Nach einem Putschversuch 1994 durch einen pro-russischen Politiker brach der erste von zwei Tschetschenienkriegen…