Omikron war schon kurz nach seiner Entdeckung ein Angstmacher und Launeverderber. Inzwischen gibt es immer mehr Erkenntnisse. Kann die Variante sogar der Anfang vom Ende der Pandemie sein?

Ist es nach zwei Jahren Pandemie soweit, dass wir nun ein weiteres Fachwort öfters hören müssen – oder dürfen?

Das Coronavirus soll «endemisch» werden – und zwar möglichst bald. «Das bedeutet, dass das Virus keine relevante Bedrohung mehr für das Gesundheitssystem darstellt», erklärte Michael Weber, der Präsident des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, kürzlich in der «Welt am Sonntag». Könnte die neue Variante Omikron, die sich gerade rasant in Deutschland verbreitet, die Wende zum Guten bringen?

Die wichtigsten Fakten zu Omikron

Die Variante wurde im November aus Südafrika gemeldet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) hat sie eine ungewöhnlich hohe Zahl an Mutationen im sogenannten Spike-Protein, einem Baustein des Virus. Einige der Mutationen sind relevant etwa mit Blick auf die Übertragbarkeit, die bei Omikron besonders hoch ist. Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass die Variante mildere Krankheitsverläufe verursacht. Zudem ist die Wirksamkeit der Impfstoffe Studien zufolge bei Omikron abgeschwächt.

Die Hoffnungsträger

Auch wenn erst wenige Studien zu Omikron vorliegen und die Lage in Deutschland nur bedingt mit der in anderen Ländern vergleichbar ist, mehren sich die Stimmen, die mittelfristig von etwas Entspannung durch Omikron ausgehen. Die Idee dahinter: Durch Omikron könnte – das ist aber bislang nur eine Hypothese – eine endemische Situation näher rücken. Die hohe Übertragbarkeit könnte dazu führen, dass die Bevölkerung als Ganzes vergleichsweise schnell eine höhere Immunität erreicht. Im Idealfall könnten die milderen Verläufe Druck vom Gesundheitssystem nehmen.