Meinung

Einreise-Skandal in Australien
Titelgewinn für Novak Djokovic: der Serbe ist nun auch Weltranglisten-Frechster

Bis Montag darf der 34-jährige Tennis-Weltranglisten-Erste in Australien bleiben – ob sein Aufenthalt darüber hinausgeht, entscheidet das Gericht

© Adam Davy / PA Wire / DPA

von Yannik Schüller
06.01.2022, 16:04 Uhr

Novak Djokovic besteht darauf, per Ausnahmegenehmigung in Australien einreisen zu dürfen. Dass er dafür vor Gericht geht, nennt sein Vater einen „Kampf für die ganze Welt“. Damit ist der Tennisstar vor allem eines: ein Meister der Selbstüberschätzung.

Wir haben einen Sieger! Tennisweltstar Novak Djokovic hat sich den nächsten Titel gesichert: Er ist nun auch Meister der Selbstüberschätzung. Der „wohl“ Ungeimpfte, hält sich „wohl“ für derart wichtig, dass ein ganzer Kontinent ihm den roten Teppich auszurollen hat.

Weil er seinen Impfstatus weiterhin nicht offenlegen will, entpuppt sich der Flughafen Melbourne für den Serben als mögliche Endstation Sehnsucht. Denn der australischen Regierung ist die medizinische Ausnahmegenehmigung, die Djokovic von zwei „unabhängigen Expertengremien“ erteilt wurde, in erster Instanz nicht Beweis genug. Wer nicht geimpft ist oder zumindest nicht zweifelsfrei belegen kann, warum der Piks ein Ding der Unmöglichkeit ist, der kann sich Downunder auf dem Rückflug von oben ansehen.

Bei der Einreisediskussion um den Weltranglisten-Frechsten hat Australien nun eine einzigartige Chance. Das Land kann auf globaler Bühne beweisen, dass der Satz „vor dem Gesetz sind alle gleich“ mehr ist als ein ausgeblichenes Wandtattoo in einer Jura-Studenten-WG. Die „Akte Djokovic“ (Titelvorschlag für die sicher bald folgende Netflix-Doku) darf nicht zu einem Präzedenzfall für Regelbrecher werden.

Frei, freier, Profisportler

Denn eigentlich geht es beim Fall Novak Djokovic…