Angst vor Invasion
Aufstand in Kasachstan: Russland entsendet Truppen, Polizei tötet Dutzende Demonstranten

Almaty, Kasachstan: Militärkräfte sammeln sich, um gegen die Demonstranten vorzugehen 

© Valery Sharifulin / Picture Alliance

von Ellen Ivits
06.01.2022, 07:47 Uhr

In Kasachstan geht der blutige Aufstand gegen das Regime weiter. In der Nacht kam es in der ehemaligen Hauptstadt Almaty zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der Kreml eilt dem kasachischen Regime zu Hilfe. 

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Russland hat Soldaten nach Kasachstan verlegt. Es seien Fallschirmjäger als Teil einer Friedenstruppe entsandt worden, meldeten mehrere russische Staatsagenturen am Donnerstag übereinstimmend unter Berufung auf die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit. Kasachstan hatte das Militärbündnis um Hilfe gebeten

Bei den Protesten in Kasachstan sind in der Nacht zu Donnerstag dutzende Demonstranten getötet worden. „Extremistische Kräfte“ hätten versucht, Verwaltungsgebäude sowie die Zentrale und mehrere Dienststellen der Polizei in Almaty zu stürmen, erklärte Polizeisprecher Saltanat Asirbek den Nachrichtenagenturen Interfax-Kasachstan, Tass und Ria Nowosti und nahm damit das Vokabular des Regimes auf. Dutzende Angreifer seien „eliminiert“ worden.

Nach der Schießerei in der Nacht habe das kasachische Militär die Kontrolle über den Hauptplatz von Almaty – Platz der Republik – übernommen, berichtet die russische Agentur Sputnik unter Berufung auf ihren Korrespondenten.

Laut dem Telegram-Kanal Vlast hätten sich am frühen Morgen keine Demonstranten oder Militärs mehr in der Innenstadt der Metropole im Südosten des Landes aufgehalten. Einige Geldautomaten seien gesprengt, viele Einrichtungen und Geschäfte geplündert worden, darunter ein Waffengeschäft.