Proteste gegen Regime
Angst vor Invasion wächst: Ein von Russland geführtes Militärbündnis schickt Soldaten nach Kasachstan

Almaty, Kasachstan: Militärkräfte sammeln sich, um gegen die Demonstranten vorzugehen 

© Valery Sharifulin / Picture Alliance

Straßenschlachten mit Sicherheitskräften, brennende Gebäude und eine schwer angeschlagene Regierung, die ihren Rücktritt einreicht. Kasachstan ist in eine tiefe Krise gerutscht. Der Präsident ruft Russland zu Hilfe. Und wird erhört.

Die Entsendung ausländischer Soldaten nach Kasachstan durch ein von Russland geführtes Militärbündnis schürt Befürchtungen vor einer weiteren Eskalation der Lage in der früheren Sowjetrepublik. Zwar hieß es, die Soldaten der Allianz sollten für einen begrenzten Zeitraum entsandt werden, „um die Lage in dem Land zu stabilisieren und zu normalisieren“. Allerdings hatte die kasachische Staatsführung diese Hilfe erbeten, nachdem ihre eigenen Truppen mit Waffengewalt gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen waren. Die USA und die EU riefen alle Seiten zur Mäßigung auf und forderten eine friedliche Beilegung des Konflikts.

Auslöser der größten Protestwelle seit Jahren war Unmut über deutlich gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen des Landes, zumal Kasachstan schon seit Jahren unter Misswirtschaft und Armut leidet. Als Reaktion auf die teils gewaltsamen Proteste entließ Präsident Kassym-Jomart Tokajew die Regierung, bevor in der Nacht zu Donnerstag das Militär in der Millionenstadt Almaty einschritt. „Terroristische Banden“ hätten sich dort einen Kampf mit Fallschirmjägern geliefert, sagte Tokajew in einer Fernsehansprache. Er machte „in- und ausländische Provokateure“ für das Chaos verantwortlich.

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